Autor: Wolff von Rechenberg

Cole Porter wird (endlich) ein Star

Cole Porter (9. Juni 1891 bis 15. Oktober 1964) Foto: Wikipedia

Cole Porter bekommt seinen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood. Endlich – denn immer hin starb der Komponist und Songschreiber schon am 15. Oktober 1964. Unvergängliche Musicalklassiker wie „Kiss Me Kate“ oder „Ein Amerikaner in Paris“ begründeten Porters Ruhm. Songs wie „Night And Day“ zählen überdies zum Kanon der internationalen Jazzszene. Zu Cole Porters Zeiten war Jazz Pop und der Songschreiber musste keine Kunst schaffen. Dazu passt die unvergleichliche Leichtigkeit von Porters Songs. Aber jeder, der gern in den Tiefen der Musik schürft, die er hört, der weiß, wieviel Kunst, Talent und harte Arbeit gerade das verschlingt, was am Ende so einfach durchs Mittelohr säuselt. Dabei liebte Cole Porter Ironie und schwarzen Humor. Denken wir nur an „Well, did you evah?“:

Have you heard? Professor Munch

Ate his wife and divorced his lunch.

Gefunden bei JazzEcho.

Lahmer Kriegszar in der Götterdämmerung

Ilse, bilse, keiner willse,

kam der Koch, nahm se doch!

Die Ilse ist im Washington von George Bushs Götterdämmerung der Job des so genannten „Kriegszaren“, einer Schnittstelle zwischen dem Präsidenten sowie den Diplomaten und Militärs, die mit den Kriegen in Irak und Afghanistan befasst sind. Der Koch, der den Job dann nahm, heißt Douglas Lute, der sich als ehemaliger Generalstabschef nach den Angaben des Weißen Hauses sowohl in den Konfliktherden als auch auf dem Washingtoner Parkett auskennt. Amtlich heißt das neue Amt: „Stellvertretender nationaler Sicherheitsberater für Irak und Afghanistan. Noch häufiger als diese offizielle Bezeichnung, nennen die Medien aber die Tatsache, dass vorher etliche andere pensionierte Vier-Sterne-Generäle dankend abgewunken haben. Die Gründe dafür fasst Al Jazeera zusammen: Der Krieg im Irak ist unpopulär, und das neue Amt ist mit sehr schwammigen Kompetenzen ausgestattet.
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Junggesellenabschied unter dem Hammer

Haben Sie von Samstag, 23. Juni, auf Sonntag, 24. Juni, schon was vor? Wie wär’s dann mit einem Junggesellenabschied? Nein, Sie brauchen nicht deswegen zu heiraten! Ein Junggesellenabschied steht derzeit bei Ebay zur Versteigerung. Dass der Preis noch bei einem Euro steht, muss ja nicht heißen, dass der Bräutigam ein Langweiler sein muss.

U-Boote im Verfassungsschutzbericht

Der Verfassungsschutzbericht ist da, und er dürfte – fast – nach dem Geschmack unseres Innenministers sein. Nach seinem Geschmack, weil die Anzahl der politisch motivierten Gewalttaten angestiegen ist, was Öl auf Wolfgang Schäubles Radnaben ist. Fast, weil für das Gros der Straftaten auf das Konto der Rechten geht. Dennoch sieht der Minister die größte Gefahr in der islamistischen Gewalt. Das kann niemanden wundern: Die Rechten taugen nicht als Kinderschrecks. Viel zu sehr haben wir uns an sie gewöhnt. Außerdem vergreifen sie sich so gut wie nie an potenziellen CDU-Wählern. Die Islamisten haben meines Wissens hierzulande überhaupt noch niemanden umgebracht. Schon deshalb eignen sie sich für Angstkampagnen. Ihnen trauen wir alles zu, wofür Neonazis nach landläufiger Meinung zu dumm und Globalisierungskritiker zu chaotisch sind. Das fasst Schäuble als Anlass für sein Mantra von der Online-Durchsuchung auf. Die Islamisten sind die U-Boote des Verfassungsschutzberichtes: Man sieht sie nicht, man hört sie nicht, aber jeder zittert vor ihnen.

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