Kategorie: Feuillton

Kultur, Musik, Film, Literatur, Zeitgeist

Das Geheimnis von Madam President

Anne Holt: Die PräsidentinHelen Lardahl Bentley, die neu gewählte Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika, ist verschwunden. Sie war zu einem Staatsbesuch in Norwegen. Sie wohnte in einem streng gesicherten Hotel. Niemand hat die Suite von Madam President betreten oder verlassen. Dennoch ist sie weg. Entführt! Am norwegischen Nationalfeiertag! Polizei, norwegische und amerikanische Geheimdienste, alle durchstöbern das beschauliche Land am Nordrand Europas nach der Entführten.

Mitten zwischen den selbstherrlichen Amerikanern und den trotzigen Norwegern sitzt Yngvar Stubø. Norwegischer Polizist, Familienvater und nun Verbindungsmann zu Amerikas Starermittler Warren Scifford. Keine sehr komfortable Lage. Denn welches dunkle Geheimnis verbindet Scifford mit Stubøs Frau Inger Johanne? Und auch Präsidentin Bentley, die bestdurchleuchtete Frau der Welt, scheint ein dunkles Geheimnis zu hüten. Eine alte Geschichte, die mit Bentleys Studienfreund Al Muffet zu tun hat, der damals noch Ali Muffasa hieß.

Sie dachte, sie käme damit durch… Weiterlesen

Buchtipp: Declan Hughes – Blut von meinem Blut

Vor zwanzig Jahren verließ Ed Loy Dublin und das Elendsviertel Fagan’s Villas. Überstürzt, denn er hatte entdeckt, dass seine Mutter eine Affäre hatte. Nun ist sie tot, und Ed Loy kehrt zurück. In ein Dublin, dass seine Geschichte als Armenhaus abgeschüttelt hat wie Dreck an den Schuhen. Aber so ist das mit Dreck an den Schuhen: Man kann ihn noch so gründlich abklopfen, etwas davon schleppt man doch immer hinein und auf den neuen Teppich.

So ist das auch bei Declan Hughes und seinem Thrillerdebut „Blut von meinem Blut“.
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Buchtipp: Eliot Pattison – Der fremde Tibeter

der_fremde_tibeterTibet: Die Zwangsarbeiter der 404. Sträflingskolonne sollen eigentlich eine Straße im Himalaya bauen. Doch dann bringt etwas die Bauarbeiten zum Stillstand. Arbeiter finden eine Leiche ohne Kopf. Einer aus ihren Reihen bekommt nun seine zweite Chance. Shan war Ermittler in Peking, bevor er in Ungnade fiel. Nun muss er einen Mord an einem hochrangigen Beamten aufklären: Wie kam Ankläger Jao so kopflos in die Einöde? Dabei verwickelt er sich in einen Wettlauf mit dem Stellvertretenden Ankläger Li: Was hat der zu verbergen?
Eliot Pattison versetzt in seinem Roman „Der fremde Tibeter“ seinen Leser in eine ebenso ungewohnte wie unwirtliche Gegend: aufs Dach der Welt, nach Tibet. Shan muss sich mit dem Dämonenglauben der Tibeter herumschlagen und mit einer ebenso bürokratischen wie korrupten Staatsmacht. Pattison bringt seinem Publikum den Buddhismus näher, ohne sich allzu sehr der Dalai-Lama-Romantik hinzugeben. Er lässt die Konflikte in einem tiefreligiösen Land unter sozialistisch-atheistischer Fremdherrschft offen zu Tage treten. Er entwickelt seine Charaktere glaubhaft, widersprüchlich, eben greifbar menschlich. Er lässt Feinde zu Freunden werden, und zeigt im Kleinen, dass Chinesisches und Tibetisches nicht grundsätzlich unvereinbar sind. So weit, so lesenswert. Nur eines schafft er nicht: eine gute, spannende Geschichte zu erzählen. Kapitelweise lässt er seinen Helden Shan durch den Aberglauben der Tibeter irren, lässt Politik und Religion, Sanftmut und Rücksichtslosigkeit aufeinanderprallen. Dann, auf den letzten Seiten, fällt ihm ein, dass er fast vergessen hätte, den Fall aufzulösen. Zwischen tausend Details über buddhistische Glaubenspraxis und kommunistische Gesellschaftsordnung versteigt sich Pattison irgendwo in den Felshängen des Himalaya – und in der Handlung seines Romans.

Eliot Pattison: Der fremde Tibeter, Aufbau Taschenbuchverlag, 2003.

Mein James Bond wird 80

Roger Moore
Was hatte dieser Mann, das ihn zu demGeheimagenten prädestiniert, zu 007? Zu einem James Bond? Der Spiegel schrieb ihm einmal den Charme eines Marktleiters bei Edeka zu, und auch Roger Moore selbst hat seine Rolle mit ironischer Distanz gesehen. „Wie kann er Spion sein, wenn der Barkeeper jeder beliebigen Bar ihn mit den Worten ‚Ah, Mister Bond, geschüttelt und nicht gerührt?‘ empfängt?“ So zitiert ihn heute die Netzzeitung. Sir Roger George Moore ist heute 80 Jahre alt geworden. Er hat viele Rollen gespielt. Bekannt war er nur als Simon Templar, als Lord Brett Sinclair in der Serie „Die Zwei“ und eben als James Bond.
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