Kategorie: Ansichtssache

Die Welt aus meiner Sicht

Auf den Papst! Papst Pilgerreise – auf Ratzingers Spuren

Zwei Jahre hätte Ratzinger hier nur gelebt, informiert der Wirt einer Gaststätte am Dorfplatz in Marktl die Touristen aus Westfalen. Ist ja egal, solange sie das Viererpack Papstbier mitnehmen. Und das werden sie: Sie haben bereits eine Papst-Tasche, die Papstgläser und etliche andere Devotionalien eingekauft, und sie haben das obligatorische Foto vor dem Geburtshaus von Joseph Ratzinger geschossen. Vielleicht haben sie sogar schon die Papsttorte im Café gegenüber probiert. In der Bäckerei W. Leuckert, in der die begehrten Papst-Mützen (Hefegebäck mit Rosinen) gerade ausverkauft sind, gibt es ein Buch mit Kochrezepten von Marktler Hausfrauen für Gerichte, die der bayerische Papst angeblich gern isst. Dabei wird der sich rückblickend allenfalls an den Geschmack von Babybrei erinnern, wenn der Name Marktl fällt. Der Taufstein, über dem Klein-Joseph die Taufe empfing, steht im Heimatmuseum Marktl. Wer an einer Führung teilnimmt, sollte etwas Zeit mitbringen. Der Streifzug durch die stolze Geschichte des Ortes beginnt beim Erdmittelalter. Nirgendwo sonst treibt der Kult um Benedikt XVI. so seltsame Blüten wie in Marktl.
Weiterlesen

Der heilige Stuhl: Papst-Pilgerreise – auf Ratzingers Spuren 3

Nächste Station: Die Bischofswohnung im Studienseminar St. Michael in Traunstein. Alle drei Ratzinger Kinder – Josef, Maria und Georg – gingen in Traunstein zur Schule. Joseph kam als Dozent zurück und auch immer wieder als Erzbischof von München-Freising. Die Stadt rüstet sich für die erwarteten Papst-Touristen. Mit Hilfe von amerikanischen Papst-Fans will Traunstein einen Benediktbrunnen errichten. Wenn sich schließlich der Rummel um den Papst legt, wird vielleicht der geschmackvolle Bezug des Papstklos in der Bischofswohnung seinen Weg zu Ebay finden.
Weiterlesen

Freising im Regen: Papst-Pilgerreise – auf Ratzingers Spuren durch Bayern 2

In Freising hat Ratzinger studiert und später auch selbst gelehrt. Man schwärmt dort noch heute, ihn habe die Aura eines „geistigen Mannes“ umgeben. Freising ist die alte Stadt der Erzbischöfe von München-Freising, der Fürstbischöfe aus dem Hause Wittelsbach. Die Stadt, in der Himmel und Erde einander zu durchdringen scheinen, hat bis heute nicht verkraftet, dass sie seit Beginn des 19. Jahrhunderts nur noch Bischofssitz zweiter Klasse ist. Auch heute ist man in Freising etwas verstimmt. Das Geschäft mit dem Papst droht die Ratzinger-Geburtsstadt Marktl zu machen. Dabei habe doch Ratzinger dort nur ein paar Jahre seines Lebens verbracht, wie man in Freising klagt. Außerdem sei Marktl gar nicht in der Lage die drohenden Papst-Pilgerströme zu kanalisieren.
Weiterlesen

Papst-Pilgerreise: Auf Ratzingers Spuren durch Bayern 1

Bis zu seinem Tod 1952 blieb München-Freisings Erzbischof Faulhaber in Geist und Predigt der Monarchie verbunden. Fremdenführer Georg Reichlmayr (Foto) zeigt auf seinem Ratzinger-Spaziergang durch Münchens Zentrum das Bild einer Stadt, in der der Katholizismus bis heute eine Macht geblieben ist. Und er proträtiert in Geschichte und Geschichten den selbstbewussten Katholizismus, der das fertig gebracht hat, der sich erst während des Nationalsozialismus genötigt sah, sich mit weltlichen Autoritäten zu arrangieren. München gehört zu den Trittbrettfahrern im Papst-Boom. Immerhin waren schon wenige Tage nach Ratzingers Wahl zum Papst alle Fremdenführer auf Papst-Biographien geschult.
Weiterlesen

Schröder adé

Mit großer Mehrheit hat der Bundestag Gerhard Schröder das Misstrauen ausgesprochen. Vielleicht ist Tierse zu ihm gegangen und hat gesagt: „Ich habe eine gute Nachricht für sie. Sie sind negativ. Außer dem Aidstest stellt wohl nur das konstruktive Misstrauensvotum die Bedeutung von Positiv und Negativ in dieser Art auf den Kopf.
Weiterlesen

Copyright © 2026 Wolff von Rechenberg

Theme von Anders Norén↑ ↑