Die Bundesanstalt macht Arbeit. Vor allem sich selbst, aber auch anderen. Damit die armen Menschen auf den Fluren sich beim sinn- uns zwecklosen Warten nicht langweilen, bietet das Arbeitsamt immer wieder lustige Spiele an (Wie lerne ich, meinen Namen richtig in die Bewerbung zu kritzeln). Die BA ist auf einen einzelnen Menschenschlag spezialisiert: Leute, für die der beheizte Amtsraum eine Alternative zum Vormittag an der Trinkhalle darstellt. Alle anderen überzieht das Amt mit so vielen an körperliche Anwesenheit gebundenen Terminen, dass es zu Arbeitsausfällen großen Stils kommt. Für Selbstständige ist angesichts des Pensums wegen der Verdienstausfälle der Konkurs vorprogrammiert. So sorgt die Behörde dafür, dass vor allem einer Berufsgruppe keine Arbeitslosigkeit droht: ihren Mitarbeitern.
Kategorie: Ansichtssache
Die Welt aus meiner Sicht
Edel sei das Amt, hilfreich und gut!
Abenteuer von einem der auszog, Überbrückungsgeld zu beantragen. Es hört sich doch alles so einfach an: Mach dich selbstständig und wir helfen dir durch die ersten Monate, sagt das Arbeitsamt.
Einfach beantragen? Weit gefehlt!
Arbeitsamt: „Erst arbeitslos melden!“
„Und dann kriege ich meinen Antrag auf Überbrückungsgeld?“
AA: „Dann kommen Sie wieder und sprechen mit einem unserer Berufsberater.“
„Aber ich brauche doch gar keine Beratung.“
AA (schweigt mit unergründlichem Lächeln)
„Bin ich eigentlich der Erste, der am Sinn dieser Veranstaltung zweifelt?“
AA: „Wie bitte?“
„Ich bin.“
Nach der Arbeitslosmeldung muss ich noch Arbeitslosengeld beantragen und Existenzgründerinformationsveranstaltungen besuchen.
Herbstnacht

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Rainer Maria Rilke: Herbsttag
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Countdown: 7, Kohl in Öl
Natürlich gehört Helmut Kohl in die Ahnengalerie im Kanzleramt. Schließlich hat er da mal gearbeitet. Kohl selbst sagt, dass er sich „an das Bild erst gewöhnen“ muss. Das muss er wohl, denn es sieht ihm nicht ähnlich.
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