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Und nun die Terrorvorhersage

Ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreiben soll. Ich schreibe ja auch nicht darüber, dass morgens die Sonne aufgeht, oder dass mein Pendelzug heute wieder nicht entgleist ist. Ach was, ich tu’s trotzdem.

Das Bundesinnenministerium warnt, dass die Terrorgefahr gestiegen ist, jetzt aber echt, im Ernst, wirklich, ohne Scheiß. Und jetzt kommt es: „Wir tun das nicht, um Angst und Panik zu verbreiten“, soll der Ministeriumssprecher Stefan Paris laut heise.de gesagt haben. Auf schärfere Anti-Terror-Gesetze zielten die Warnungen nicht ab, heißt es weiter. Was bedeutet das? Gibt das Ministerium der Angst nun endlich zu, dass alle bisherigen Warnungen darauf abzielten, Panik zu verbreiten und die Grundrechte auszuhöhlen, nur diese nicht?

Wenn das Ministerium aber keine Panik verbreiten will, was sollen wir dann mit der Meldung anfangen? Welche U-Bahnen darf ich in Zukunft nicht mehr benutzen? An welcher Haltestelle darf ich aussteigen? Eine sinnvolle Terrorwarnung wäre: „Und nun die Terrorvorhersage: Mit vereinzelten Anschlägen wird heute auf dem Bahnhof Berlin-Friedrichsstraße und am Mehringdamm gerechnet. Bitte meiden Sie diese Bereiche.“

Solange uns das Innenministerium nicht mit solchen Vorhersagen dienen kann, nehmen wir solche Meldungen als das, was sie sind: Panikmache.

Yahoo-Deal: Nervosität im Hause Microsoft

Microsoft vs YahooKaum hat Bill Gates, das nette Gesicht von Microsoft, seinen Abschied angekündigt, raucht es unter dem Dach des Giganten. Grund ist das Übernahmeangebot an Yahoo. 44,6 Milliarden Dollar hat Steve Ballmer den Yahoo-Aktionären geboten. Einen solchen Betrag gibt nicht einmal die Kriegskasse von Microsoft in Bar her. Silicon Alley Insider beschreibt das Verfahren. Microsoft will jeden Yahoo-Aktionär zur Hälfte in Bar, zur Hälfte in Microsoft-Aktien auszahlen.

Das Problem: Die Microsoft-Aktie, die vor dem Yahoo-Angebot noch 33 Dollar wert war, ist auf heute 28,7 Dollar gesunken. Sie hat mithin 13 Prozent ihres Wertes verloren. Weiterlesen

Terroristen im Weltall

Der Iran bricht ins Weltall auf. Natürlich vermutet US-Präsident George W. Bush dahinter militärische Gründe: Der Iran wolle sein Atomraketenprogramm verschleiern. Nun, diesem Verdacht setzen sich zu Silvester auch Millionen Deutsche aus. Irans Präsident Ahmadinedschad strebt jedoch eine „aktive und einflussreiche Präsenz im Weltall“ an. Was wäre, wenn Iran das Weltraum erobert? Was, wenn Ahmadinedschad die Achse des Bösen bis auf den Mond verlängert?

Zehn Dinge, die passieren könnten, wenn Teheran zum Mond fliegt
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Die Anatomie von Apple

Waren Sie einmal bei einem Deutschen Evangelischen Kirchentag? Herrliche Atmosphäre! Und sei die Welt auch noch so grau, hier drinnen ist es kuschelig und bunt. Jetzt fragen Sie, was der Deutsche Evangelische Kirchentag in meiner IT-Kategorie zu suchen hat? Ganz einfach: Für mich ist Apple das Silikon gewordene Gegenstück des Kirchentages. Und nennen nicht die Apple-User selbst ihren Steve Jobs iGod? Bisher glaubte ich die Apple-User glücklich und zufrieden auf ihrer Insel der Glückseligen, ohne jeden Zweifel an der Unfehlbarkeit von „His Steveness“. Denn merke: Einen Apfel kann man nicht mit gefalteten Händen schälen. Weiterlesen

Analog Basics: Thorens, Teil I

Thorens TD-125 MK IIEs war einmal, vor langer Zeit, da waren Plattenspieler nichts besonderes. Fast jeder hatte einen. Der Plattenspieler war Klangquelle Nr. 1. Um das Gerät machte man damals sowenig Kult wie um die, die es schufen. Sie waren keine genialen Visionäre wie Ivor Tiefenbrun. Sie waren biedere Ingenieure. Besonders der Schwarzwald entwickelte sich zum Mekka der Plattendreher. Dual produzierte dort, und Thorens. Der 1883 in der Schweiz gegründete Hersteller zog in den 1960er Jahren wegen der Zusammenarbeit mit EMT nach Lahr im Schwarzwald um. Dort begann die große Zeit von Thorens. Fast alle Geräte, die hier entstanden, wurden bis heute gesuchte Klassiker. Der TD-124 beispielsweise. Den Teller trieb damals ein Reibrad. Das machte man damals bei den frühen Studiolaufwerken so. Bis heute streiten die Geister, ob der TD-124 oder die Reibrad-Laufwerke von Garrard die besten Laufwerke aller Zeiten sind. Doch der Durchbruch blieb dem Riemenlaufwerk vorbehalten. TD-125 (Foto oben) und 126 galten schon zu Lebzeiten als audiophile Juwelen. Weiterlesen

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