Manager leben gefährlich in diesen Tagen. In Deutschland wollen die Staatsanwaltschaften „Dutzende von Leistungsträgern“ filzen. Einen Leistungsträger definiert Home42 als einen Menschen, der die Leistung anderer gebündelt nach Liechtenstein trägt. Wie das gehen soll, wo doch die Inenminister die Polizeikräfte so tapfer ausgedünnt haben…? Das wäre doch eine großartige Gelegenheit für Wolfgang Schäuble, wieder einmal den Einsatz der Bundeswehr im Inland zu fordern. Aber bei diesen Hausdurchsuchungen geht es schließlich nicht um militante Linke oder islamistische Terroristen, sondern um Freunde, denen man in den letzten Jahrzehnten bei Bundepressebällen gesoffen und denen man die Karriere zu verdanken hat. Dabei geht es unseren Eliten noch Gold: In Frankreich haben die Arbeiter eines Michelin-Werkes ihre Chefs für ein paar Tage eingebuchtet.
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Leistungsträger unter Verdacht
Nach der Verhaftung von Postchef Zumwinkel tut sich Erstaunliches:900 Durchsuchungsbefehle gegen 700 Wirtschaftskapitäne soll das Amtsgericht Bochum ausgestellt haben. Es könnte sein, dass sich die Nieten in Nadelstreifen nun an eine breiter gestreifte Kleidung gewöhnen müssen. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagt, dass gegen sehr viele „Leistungsträger“ ermittelt wird.
Victor Klemperer: 2. Gesetzgebung im Nazireich
„Eine Staatsordnung ist nur von Dauer, wenn sie die Rechtssehnsucht des Volkes befriedigt. Mit Brutalität, Willkür, Gewalt und Tyrannei wurden schon viele Staaten geschaffen; gehalten hat keiner.“ Hans Frank: Rede vor der internationalen Rechtskammer vom 5. April 1941.
Diesen Worten des nationalsozialistischen Juristen Hans Frank möchte man mit Blick auf das Ende des Dritten Reiches vorbehaltlos zustimmen. Natürlich hatte der Gefolgsmann Adolf Hitlers anderes im Sinn. Hans Frank weiter:
„Mit der bisherigen Methode, das Recht als Selbstzweck zu betrachten, muss radikal gebrochen werden. Im nationalsozialistischen Staat kann das Recht immer nur ein Mittel sein zur Erhaltung, Sicherstellung und Förderung der rassisch-völkischen Gemeinschaft. Die Einzelpersönlichkeit kann vom Recht nur noch unter dem Maß seines Wertes für die völkische Gemeinschaft gewertet werden.“
Mit diesen Worten stellt der Rechtsgelehrte im Juni 1941 unmissverständlich klar, wohin die Reise gehen soll. Das Recht spielt für die Nationalsozialisten durchaus eine Rolle. Aber eben nicht das bürgerlich aufgeklärte, sondern ein diffuses rassisch-völkisches, gestützt auf das gesunde Volksempfinden. So bilden die beiden Zitate keinen Widerspruch, sondern ziehen an einem Strang. Weiterlesen
Analog Basics: Rega
Was braucht ein Plattenspieler? Ich meine, wenn man ihn auf seine bloße Funktionalität reduziert? Einen Plattenteller, einen Tonarm und einen Motor, der den Teller antreibt. Ach ja. Und dann braucht man noch etwas, um diese Komponenten in eine Beziehung zueinander zu setzen. Beim Rega-Plattenspieler dient zur Montage eine einfache mitteldichte Faserplatte (MDF). Der Rega ist eine Holplatte auf drei Gummifüßen. Aber was für eine! Der Rega gilt heute unter Analog-Freunden als der ästhetische Meilenstein der Achzigerjahre. Weiterlesen
Victor Klemperer: 1. Zur Person
„Das Schicksal der Hitler-Bewegung liegt in der Judensache. Ich begreife nicht, warum sie diesen Programmpunkt so zentral gestellt haben. An ihm gehen sie zugrunde. Aber wir wahrscheinlich mit ihnen.“ V. Klemperer: Ich will Zeugnis ablegen…, S. 25
Diese Worte notierte Victor Klemperer am Dienstag, 25. April 1933, in seinem Tagebuch. Victor Klemperer, geboren am 9. Oktober 1881 in Landsberg/Warthe und gestorben am 11. Februar 1960 in Dresden, lehrte von 1920 bis 1935 an der Königlich Sächsischen Technischen Hochschule französische Literatur.
Am 30. April 1935 erhält Klemperer die Mitteilung über seine Entlassung aufgrund von §6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Ab Ende 1935 steht er damit auf der Straße, finanziert durch eine schmale Pension von 400 Mark im Monat (sein Gehalt betrug 800 Mark). Weiterlesen