Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat die Westbundesländer aufgefordert, für ostdeutsche Unis zu werben. Das berichtet die Märkische Allgemeine aus Brandenburg. Grund sind die hohen Studentenzahlen an Westunis. Voreilig, wie ich meine. Wenn die aten Bundesländer erst geschlossen Studiengebühren eingeführt haben, wird die Ministerin bald für Heidelberg werben müssen, statt für Greifswald.
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Lohndumping im Kanzleramt
Unsere Kanzlerin will keinen Mindestlohn. Das meldet die Netzzeitung. Erstaunlich leicht ließ sich Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Arbeitgebertag in Berlin zum Mindestlohnverzicht überreden. Nachdem BDA-Präsident Dieter Hundt der Regierungschefin die Meinungs gegeigt hatte, erklärte Merkel, dass es einen Mindestlohn mit ihr nicht geben werde.
Fuchs heiratet Huhn
Der Nachhall der strategischen Allianz zwischen Novell und Microsoft in der Linux-Community ist unüberhörbar. Vor allem geht es um die Patente. Microsoft will „nicht kommerzielle“ Suse-Entwickler nicht patentrechtlich belangen. Was ist mit den anderen? Das fragt GrokLaw und weist auf die Präambel der General Public License hin, unter der auch Suse-Linux steht. Jedes Produkt, das auf Basis freier Software entsteht, muss auch wieder der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden. Ein Verstoß wäre es, wenn Microsoft tatsächlich Novell allein mit einem PlugIn versorgt, das das kommende XML-Dateiformat von Microsoft unterstützt. Dieses Hilfsprogramm müsste in OpenOffice eingefügt werden, das wiederum unter freier Lizenz steht. Alle Übereinkünfte haben Novell und Microsoft getroffen, ohne die Community anzuhören.
Dana Gardner von ZDNet hat ein schönes Bild für den Vorgang gefunden: Fuchs heiratet Huhn, beide ziehen in Hühnerhaus. Microsoft hat mit dem Schritt die Open-Source-Bewegung eines wichtigen Mitgliedes beraubt und sich gleichzeitig Zugang zu den Wurzeln freier Software verschafft.
Und als nächste Version: Windows Suse
Microsoft will Kunden, die ein Linux neben Windows installieren wollen, Suse Linux empfehlen. Darauf haben sich Microsoft und der Suse-Besitzer Novell geeinigt.
Gar nicht edgy, dieser Eft
Ubuntu-Linux wird immer besser, seine Versionsnamen nicht. Dapper Drake (Eitler Erpel) brachte der geplagte Ubuntu-User schon nur noch zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervor. Aber Edgy Eft? Das soll „Nervöser Molch“ heißen. Lieber Mr. Shuttleworth, wie gut dass das Urheberrecht uns vor Ubuntu 7.04 – Porky Pig schützt. Genug gemault: Ich habe einmal mehr einen Upgrade über das Internet probiert. Zunächst zeigte Synaptic vertretbare zwei Stunden an geschätzter Downloadzeit an, die schnell zu drei Stunden und in die frühen Morgenstunden wuchsen. Abbrechen! InstallationsCD ins Fach! Ich hatte mir zuvor die Alternate-CD heruntergeladen. Auf die Erfahrung, wie glatt das grafische Installationsprogramm arbeitet, war ich nicht neugierig. Die Installation selbst verläuft bei Edgy wie gewohnt. Root-Partition formatiert, Home-Verzeichnis erhalten, Benutznamen und Passwort eingegeben, der Rest ist eine Frage von einer knappen halben Stunde. Zunächst einmal: Die Experimantalversion, die Edgy nach dem soliden Dapper zu werden gedroht hatte, ist es nicht geworden. Bis jetzt ist nur Firefox (Edgy setzt schon auf 2.0) durch einige Abbrüche aufgefallen. Dabei spielt der neue Gnome eine seiner größten Stärken aus: Bei Programmabbrüchen schickt er auf Wunsch weitgehend selbstständig Fehlerberichte an die Entwicklergemeinschaft. Da wir bei Gnome sind: Endlich kann auch der Gnome-Dateimanager Nautilus Dateirechte rekursiv, d.h. für alle in einem Ordner enthaltenen Dateien, vergeben. Außerdem haben sich die Startzeiten für Programme teilweise stark verkürzt und Edgy bootet subjektiv noch schneller als Dapper. Eine Bereicherung ist auch Tomboy. Habe ich den Sinn der gelben Zettel bei Gnome nie recht eingesehen, Tomboy ist das Werkzeug für kurze kreative Ergüsse. Es verwaltet alle Notizen und kommt mit einer Suchfunktion. Das sind die großen Neuigkeiten. Ansonsten hat Ubuntu hier und da am Artwork gefeilt. Auch Wanda, den wahrsagenden Fisch , haben die Gnome-Entwickler optisch aufgemöbelt. Leider erzählt er immer noch keine neuen Witze.