Archiv für April 2006

China rüstet auf!

Sonntag, 30. April 2006

Alle schauen derzeit auf China, aber so recht vertrauen will ihnen keiner. Vielleicht muss sich ja deshalb das Reich der Mitte aus dubiosen Wegen mit Kriegsmaterial versorgen. Ein chinesischer Geschäftsmann hat jetzt einen Kampfjet bei Ebay ersteigert. Angeblich aus tschechischer Fertigung. Aber, wer weiß? Vielleicht entledigt sich ja auch die US Air Force ihrer überzähligen Museumsstücke per Online-Auktion?

1:0 für die Vernunft

Donnerstag, 27. April 2006

Es gibt keinen Markenschutz für den Begriff Fußball WM 2006! Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe jetzt entschieden. Das heißt: Es gibt einen Gott, und er hat ein Herz für Nachwuchscomedians. Denn auch Herr Grigat und meine Wenigkeit haben das Wörtchen “Fußball-WM” in der Werbung für unser Programm “Spiel mir das Lied vom Tor!” verwendet und waren schon drauf und dran, unsere Trikots bei Ebay feilzubieten, um die Abmahnung bezahlen zu können.

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Der Mittelstand ein Robbenbaby?

Donnerstag, 27. April 2006

Interessiert es Sie, warum die EU-Richtlinie für Softwarepatente gescheitert ist? Joachim Wuermeling, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, hat die Antwort: ,,Eine geistige Bewegung”, die ,,dem Freakbereich verbunden” sei und sich mit dem “Antifaschismus im Internet” vereint habe, hat “den Mittelstand irregeführt”!

Was ist der Mittelstand? Ein Kampfbegriff konservativer oder liberaler Politiker. Zunächst einmal ist er Mittelmaß. Das ist nichts Ehrenrühriges. Der Mittelstand hat sich eben angestrengt, hat es aber nie zu etwas Nennenswerterem gebracht als – naja – Mittelmaß. Sein Vorteil besteht darin, dass er nicht soviel Moneten hortet, nicht im Schwitzkasten gieriger Aktionäre steckt. Das macht ihn als Sympathieträger interessant. Wer hätte schon Sympathie für Siemens oder Daimler Chrysler?

Geschweige denn Mitleid. Denn wann immer Politiker vom Mittelstand sprechen, meinen sie etwas Ehrliches, Schützenswertes. Der Mittelstand ist das Robbenbaby der konservativen Politik, das den Betrachter mit den melancholischen Kuhaugen eines wackeren Bäckermeisters anschaut.

Der Mittelstand muss ständig geschützt werden. Von allein ist er nicht lebensfähig, das haben konservative Politiker ihrer eigenen Klientel so lange vorgebetet, bis diese es geglaubt hat. Jetzt fühlt sich der Mittelstand schon selbst wie der deutsche Auerhahn – irgendwie ausgestorben. Und die Politiker können als Beschützer des Mittelstandes die Früchte ihrer Arbeit einfahren. Dabei stehen unsere Volksvertreter eher auf den Lohnlisten der Großindustrie – der Erbfeind des Mittelstandes.

Auf jeden Fall kann man dem Mittelstand nicht böse sein. Nicht einmal, wenn er seine aufrechtesten Beschützer verrät und sich in die Arme von “geistigen Bewegungen aus dem Freakbereich” wirft. Dieses von Dr. Wuermeling entworfene Szenario ist neu. Ein Schulterschluss zwischen Mittelstand und autonomen Bombenlegern und Öko-Freaks? Das hat es noch nicht gegeben. Ich mag mir das auch nicht recht vorstellen. Schuld daran sind die Freaks und Antifaschisten (kritischer Umgang mit Faschismus scheint Herrn Dr. Wuermeling nicht zu liegen). Sie haben den Mittelstand “irregeführt”. Und der Mittelstand? Der fällt auf langhaarige Freaks herein, die ihm sagen: “Ey, du, Sotwarepatente sind jetzt irgendwie ganz scheiße!” Glauben Sie das?

Damit kommen wir zu dem, was konservative Politiker vom Mittelstand halten: Sie halten ihn für blöd. Naja vielleicht nicht ganz blöd. Sagen wir: Sie halten ihn nicht für klüger als sich selbst.

Tschernobiblis

Mittwoch, 26. April 2006

Am Vorabend des Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, meldet Spiegel-Online Zwei Lecks in Biblis. Zwei Messleitungen im Reaktoroldie sollen leck gegangen sein. Ein Sicherheitsrisiko sei das aber nicht, und Radioaktivität sei auch nicht ausgetreten, meldet das hessische Umweltministerium. Warum beruhigen diese Worte eigentlich so wenig, wenn sie von einem CDU-Ministerium abgesondert werden?

Segen für das Kondom

Montag, 24. April 2006

Der Vatikan will HIV-Infizierten den Gebrauch von Kondomen gestatten. Das ist eine bahnbrechende Neuerung. Schließlich setzte noch Johannes Paul II. auf sexuelle Enthaltsamkeit zum Schutz vor Aids. Nun heißt es, der Vatikan arbeite an einem Papier zu diesem brisanten Thema. Die gläubigen Katholiken unter den HIV-Infizierten werden sich dennoch gedulden müssen: Um anzuerkennen, dass die Erde rund sei, hat der Heilige Stuhl runde fünf Jahrhunderte gebraucht.