Autor: Wolff von Rechenberg

Heute vor 15 Jahren: Pogrom in Rostock-Lichtenhagen

Im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen kam es im August 1992 zu den massivsten ausländerfeindlichen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte, nachdem dort Asylbewerber tagelang ohne Zugang zu sanitären Einrichtungen und Nahrungsmitteln vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAst) zu kampieren gezwungen waren. Die rechtsextremen Angriffe zwischen dem 22. August und 26. August 1992 führten zu 370 vorläufigen Festnahmen, 408 eingeleiteten Ermittlungsverfahren sowie 204 verletzten Polizeibeamten. Unter den Festgenommenen befanden sich 110 Personen aus den alten Bundesländern, 217 aus Mecklenburg-Vorpommern (davon 147 aus Rostock) und weitere 37 aus anderen neuen Ländern.

Quelle: Wikipedia

Mügeln und das Klinsideutschland

Jagdszenen in Mügeln: Ein aufgebrachter Mob hetzt eine Handvoll Inder durch die sächsische Kleinstadt, rechtsextreme Parolen skandierend. Bürgermeister Gotthard Deuse verteidigt seine Stadt, weil er Angst hat, Investoren oder Touristen zu verschrecken, auf die er schon seit 17 Jahren wartet. Die Bundespolitik ergeht sich hingegen in Katastrophenstimmung, und prügelt den Gemeindechef, der das Beste will und doch das Falsche tut. Denn richtig ist natürlich, dass man über Rechtsextremismus reden muss. Aber wie? So als wüte die rechte Pest nur jenseits von Werra und Elbe, wie es Politiker im Westen so gern tun? Die Neonazi-Vorwürfe reihen sich ein in eine ganze Kette von Zuschreibungen: Die neuen Bundesländer versauen das Wirtschaftswachstum, belasten die Arbeitslosenstatistik und beschmutzen mit „ihrem“ Rechtsextremismus das schicke neue Image Deutschlands. Gerade, wo dieses neue Spaßdeutschland auf der Klinsiwelle um „Fachkräfte“ aus dem Ausland buhlen will.
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Neuer Steuerzahler in Brandenburg an der Havel

Die Stadt Brandenburg an der Havel hat einen neuen Einwohner. Bei dem Mann handelt es sich um Wolff v. R. Der 42-jährige Journalist verlegte zum 18. August seinen Hauptwohnsitz vom nordhessischen Kassel in die Havelstadt. Der Zugezogene sagte dazu: „Besser hätte es die Stadt gar nicht treffen können. Ich zahle brav meine Steuern und verursache nur an Wochenenden und während des Urlaubs Abnutzungen an der Infrastruktur.“ Arbeiten wird v.R. vorläufig weiter in Kassel.

Happy Birthday, CD

Heute vor 25 Jahren begann in Langenhagen bei Hannover, in den Produktionsstätten der damaligen Polygram, die weltweit erste industrielle Produktion einer CD – des letzten ABBA-Albums The Visitors. Die BBC feiert heute dieses Jubiläum. Hintergrund war, dass die beiden größten Elektronikkonzerne der Welt, Sony und Philips, an einem digitalen Tonträger bastelten. Sony an Verfahren zur Digitalisierung von Klängen, Philips an der optischen Speicherung von digitalen Signalen. Für die Schaffung der CD warfen beide Elektronikgiganten ihr wissen in einen Topf. Die Plattenindustrie verlangte gegen Ende der 70er Jahre den neuen Tonträger: Die Plattenabsätze sanken nämlich. Der neue Tonträger sollte die Leute dazu bringen, dass sie alle ihre Platten einfach nochmal kaufen. Das hat funktioniert. So gut, dass Sony schon gegen Ende der 80er forderte, nun brauche man alle fünf Jahre einen neuen Tonträger. Die ersten CDs kamen übrigens auf den Markt, noch bevor der erste Player am 1. Oktober 1982 in Serie ging, wie die Wikipedia notiert. Und sie erzählt auch die nette Geschichte, wie die Größe von 12 Zentimetern zustande kam: Auf 12 Zentimeter Polycarbonat passten 74 Minuten Musik, die Dauer der Aufnahme von Ludwig van Beethovens Neunter Sinfonie, 1951 dirigiert von Wilhelm Furtwängler. Der Klassikfan und Sony-Vizepräsident Norio Ohga liebte diese Sinfonie. und auch wenn seine Lieblingsaufnahme mit Herbert von Karajan nur 66 Minuten dauerte, so plädierte er dafür, die CD so auszulegen, dass auch die längste Aufnahme der Neunte darauf Platz hat. Das war eben die von Furtwängler. Philips bestätigt die Geschichte offiziell.

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