Kategorie: Feuillton

Kultur, Musik, Film, Literatur, Zeitgeist

Sechs Wochen bis zur Documenta XII

Museum_Fridericianum_Rundgang

Die Documenta XII steht vor der Tür, und das Foto mag einen Eindruck vom zu erwartenden Presseansturm vermitteln. Es zeigt Documenta-Leiter Roger M. Buergel (von hinten) beim Rundgung durch die Ausstellungsorte der nächsten Documenta. Mit rund 300 Presseleuten pilgerte der Ausstellungszampano durch die bis auf ein paar Farbeimer leeren Räume (hier das Museum Fridericianum).

Roger.M.Buergel_TimHupe

Kann man’s auch bei Grün wagen? Documenta XII-Leiter Roger M. Buergel (li.) und Documenta-Architekt Tim Hupe (re.).

Einstein würde Metal hören

Armer Albert Einstein: Als er über seiner allgemeinen Relativitätstheorie brütete, gab es nur die Geige, deren fades Schluchzen das Genie zwischen zwei Geistesblitzen erhellte. Heute würde er zur E-Gitarre greifen. Die staatliche englische Universität von Warwick, die zu den besten Englands zählen soll, obwohl sie als ein Kind der Bildungsreform erst 1965 entstanden ist, hat herausgefunden: Hochbegabte Kinder hören lieber Heavy Metal als Klassik. Das ist an sich kein Wunder, denn auch bei den Minderbegabten wird das Votum für Klassik eher dünn ausgefallen sein. Aber hochbegabte Kinder geben Heavy Metal fast genauso häufig als Ohrenschmaus an wie Rock/Pop. Die typischen Streber-Musikrichtungen Klassik und Jazz fielen bei den Jugendlichen komplett durch. Das ist kein Wunder, wer will in der Pubertät schon dabei erwischt werden, wie er Klassik hört?

CD-Tipp: Freundliche Reisende

Foto: Carmen Brucic

Duos haben im Jazz einen festen Platz. Aber Gitarre und Schlagzeug? Wolfgang Muthspiel (Gitarre) und Brian Blade (Drums) haben sich dieser Herausforderung gestellt, und mit „Friendly Travelers“ ein Album geschaffen, das den normalerweise Bodenhaftung verleihenden Bass nicht vermissen lässt. Brian Blade entlockt den Trommeln und Becken selten gehörte Fülle und Harmonie. Brian Blade begreift als einer der ganz wenigen Drummer sein Schlagzeug als mehrstimmiges Musikinstrument. Auch im Zusammenspiel mit Wolfgang Muthspiel zeigt er diese seltene Fähigkeit, für die einzelnen Klangkörper des Schlagzeugs eigene Stimmen zu führen.
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Interview: Das Wichtigste ist immer die Emotion

Edgar KnechtFoto: Wolff von Rechenberg

Lange war es ruhig um den Komponisten Edgar Knecht. Seine erste Solo-CD „@Pianowaonderland“ erschien schon 1998. Danach war er nur als Pianist auf den Jazzbühnen zu sehen. Grund war die Geburt seiner Tochter Fenja 1995. Jetzt meldet er sich mit „Valsanova“ zurück. Diesmal ganz ohne elektronisches Beiwerk. Dafür aber wieder mit vielen Zitaten aus Jazz, Romantik, afrikanischer und lateinamerikanischer Musik. Auf „Valsanova“ bestätigt Edgar Knecht seinen Ruf als exzellenter musikalischer Geschichtenerzähler, als Romantiker, als temperamentvoller Pianist, und er hat eine neue Quelle der Inspiration entdeckt: deutsche Volks- und Kinderlieder.
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Blood Diamond

Blood DiamondFoto: Imdb

Es ist eine der großen Rollen Hollywoods: Der zynische Einzelgänger, der sichselbst der Nächste ist und doch am Schluss zum Helden wird. Clark Gable hat sie gespielt, Humphrey Bogart hat sie geradezu verkörpert, in „Blood Diamond“ spielt sie Leonardo Di Caprio. Er spielt den Ex-Söldner Danny Archer, der im Chaos des Bürgerkriegs in Sierra Leone 1999 Waffen an die Rebellen liefert und dafür Diamanten kassiert, Blutdiamanten.
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