Microsoft will Kunden, die ein Linux neben Windows installieren wollen, Suse Linux empfehlen. Darauf haben sich Microsoft und der Suse-Besitzer Novell geeinigt.
Kategorie: Tux Area
Linux und Open Source.
Gar nicht edgy, dieser Eft
Ubuntu-Linux wird immer besser, seine Versionsnamen nicht. Dapper Drake (Eitler Erpel) brachte der geplagte Ubuntu-User schon nur noch zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervor. Aber Edgy Eft? Das soll „Nervöser Molch“ heißen. Lieber Mr. Shuttleworth, wie gut dass das Urheberrecht uns vor Ubuntu 7.04 – Porky Pig schützt. Genug gemault: Ich habe einmal mehr einen Upgrade über das Internet probiert. Zunächst zeigte Synaptic vertretbare zwei Stunden an geschätzter Downloadzeit an, die schnell zu drei Stunden und in die frühen Morgenstunden wuchsen. Abbrechen! InstallationsCD ins Fach! Ich hatte mir zuvor die Alternate-CD heruntergeladen. Auf die Erfahrung, wie glatt das grafische Installationsprogramm arbeitet, war ich nicht neugierig. Die Installation selbst verläuft bei Edgy wie gewohnt. Root-Partition formatiert, Home-Verzeichnis erhalten, Benutznamen und Passwort eingegeben, der Rest ist eine Frage von einer knappen halben Stunde. Zunächst einmal: Die Experimantalversion, die Edgy nach dem soliden Dapper zu werden gedroht hatte, ist es nicht geworden. Bis jetzt ist nur Firefox (Edgy setzt schon auf 2.0) durch einige Abbrüche aufgefallen. Dabei spielt der neue Gnome eine seiner größten Stärken aus: Bei Programmabbrüchen schickt er auf Wunsch weitgehend selbstständig Fehlerberichte an die Entwicklergemeinschaft. Da wir bei Gnome sind: Endlich kann auch der Gnome-Dateimanager Nautilus Dateirechte rekursiv, d.h. für alle in einem Ordner enthaltenen Dateien, vergeben. Außerdem haben sich die Startzeiten für Programme teilweise stark verkürzt und Edgy bootet subjektiv noch schneller als Dapper. Eine Bereicherung ist auch Tomboy. Habe ich den Sinn der gelben Zettel bei Gnome nie recht eingesehen, Tomboy ist das Werkzeug für kurze kreative Ergüsse. Es verwaltet alle Notizen und kommt mit einer Suchfunktion. Das sind die großen Neuigkeiten. Ansonsten hat Ubuntu hier und da am Artwork gefeilt. Auch Wanda, den wahrsagenden Fisch , haben die Gnome-Entwickler optisch aufgemöbelt. Leider erzählt er immer noch keine neuen Witze.
Fedora will’s wissen
Die Zahl der Linux-User steigt. Aber wie viele von uns gibt es? Die Frage beschäftigt auch das Fedora-Projekt. In der Mailingliste wird deshalb die Einführung einer Tracking-Funktion in Fedora Core 7 nachgedacht, das im Frühjahr 2007 das Licht der Welt erblicken wird. Wie können wir für uns werben, wenn wir nicht wissen, wie man unser System benutzt? Die Frage dürfte nicht nur Fedora, sondern auch andere Projekte beschäftigen. Linux ist auch in dieser Hinsicht erwachsen geworden. Zu erwachsen?
Designed for Suse
IBM und HP hatten schon früher auf Wunsch ihren Computern Suse- beziehungsweise Ubuntu-Linux beigelegt. Computer mit vorinstalliertem freiem Betriebssystem gab es bisher nur hier und da testweise, ansonsten nur bei kleinen spezialisierten Versendern. Jetzt liefert Lenovo Think Pads mit vorinstalliertem Suse aus. Immerhin der drittgrößte Computeranbieter der Welt. Daraus einen Durchbruch für Linux abzuleiten, griffe zu weit. Doch ein Schritt in einer heimlichen Revolution ist das durchaus. Diese heimliche Revolution auf den Bildschirmen wird vor allem durch die Computer in öffentlichen Verwaltungen, in Schulen und Universitäten weltweit vorangetrieben. Hier verbreitet sich Linux am schnellsten, und hier schließen die meisten Menschen letztlich Freundschaft mit dem PC – und „ihrem“ Betriebssystem. Dabei müssen wir im Hinterkopf behalten, dass abgesehen von ein paar großen kommerziellen Software-Unternehmen (Red Hat und Novell/Suse) keiner Werbung für Linux macht. Nirgendwo laufen Werbespots, nur in ein paar speziellen Printmagazinen erscheinen großformatige Anzeigen. Dennoch versuchen immer mehr PC-Magazine mit Linux-Sonderausgaben Kompetenz auf diesem Feld zu beweisen. Der Erfolg von Linux – so gering er sein mag – ist kein Erfolg der Industrie, die uns etwas herunterwürgen will, das erstmal keiner nachfragt. Er kommt von Unten. Die User interessieren sich für Linux, die Industrie macht – noch – lediglich zögerliche Angebote. Unabhängig von allen Vorbehalten gegen Windows, derentwegen ich Linux verwende, erscheint mir das als das sympatischste am – noch – heimlichen Aufstieg von Linux.
Gnome macht Riesenschritt
Der nächste Gnome-Desktop 2.16 wird endlich, endlich, endlich Dateirechte rekursiv vergeben können – das heißt für alle in einem Verzeichnis oder in einem Ordner befindlichen Dateien. Der andere große Linux-Desktop, KDE, kann das schon länger. Außerdem übernimmt Gnome ein bisheriges Alleinstellungsmerkmal von Red Hat: Security Enhanced Liniux, kurz SELinux. Die vom US-Geheimdienst NSA erfundene Erweiterung des Linux-Kernels schränkt Benutzerrechte auf einem Linux-System stark ein. Es lässt Zugriffe von Programmen auf Dateien, die diese gar nicht benötigen, nicht zu. Was es hilft, müssen die Cracks beurteilen. Ich finde, es hebt das subjektive Sicherheitsgefühl. All diese neuen Features finden sich in der neuen Experimental-Version von Gnome, 2.15.4.