Kategorie: Ansichtssache

Die Welt aus meiner Sicht

Wasserball mit dem Koran

Amerikanische Soldaten haben in Guantanamo Wasserball mit dem Koran gespielt. Das beweist einmal mehr, wie tief die US-Streitkräft schon im Glaubenskrieg stecken. Natürlich würde eine solche Meldung halb so viel Aufregung verursachen, wenn es sich um die Bibel gehandelt hätte. Hat es aber nicht, und mit der Bibel, ja nicht einmal mit einem schlechten Liebesroman wären die Soldaten so umgegangen, wie sie das nach Eingeständnis des Pentagon nun taten. Es ist erschreckend, wie ein Land geistig ins Mittelalter zurückfallen kann, das es im Mittelalter noch gar nicht gab.
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Abgekartes Misstrauen

Die Sache scheint abgemacht: Noch in diesem Herbst soll es Neuwahlen geben. Schröder muss jetzt mit einer Abstimmung im Bundestag die Vertrauensfrage stellen. Nichts leichter als das, die Vertrauensfrage gehörte schon immer zum Arsenal dieses Kanzlers. Nur diesmal muss Müntefehring nicht mehr jedem Abgeordneten einzeln eine Gehirnwäsche verpassen, damit sein Kanzler die Abstiimung übersteht. Das Misstrauen ist bestellt. Wäre nur witzig, wenn die SPD ihren Kanzler nicht von der Regierungsbank lässt. April, April, Frau Merkel.
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Rot und Tot?

Als einen Selbstmord aus Angst vor dem Tod hat man des Kanzlers Ankündigung, noch in diesem Jahr Neuwahlen anzustreben, in den Reihen der Union gewertet. Zunächst bleibt festzuhalten:
1. Die SPD hat in NRW gegen den farblosesten Gegner verloren, den die CDU in ihren Reihen hätte finden können. Wenn Jürgen Rüttgers eine Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gegen die SPD gewinnen kann, dann kann das Jeder.
2. Mit der Ankündigung von Neuwahlen hat Gerhard Schröder der CDU ganz empfindlich in den Schampus gespuckt. Kein Mensch redet mehr von Rüttgers. Micky Maus könnte der nächste Ministerpräsident des Landes werden und keiner würde es merken.
3. Jeder im Land und jeder in der Sozialdemokratie muss sich genau darüber klar werden, was er will. Die kommende Bundestagswahl wird auf einem fest umrissenen Schlachtfeld stattfinden und Schröder hat es ausgesucht.
4. Mittlerweile glaubt im Land ohnehin niemand mehr daran, dass Union und FDP (Wer?) irgend etwas besser machen.
Es mag sein, dass Schröder an eine gute Fee glaubt, die der SPD im Herbst den Wahlsieg beschert. Ganz bestimmt weiß er aber, dass – falls die CDU gewinnt – die übernächste Bundestagswahl noch ungleich spannender wird. Wer immer also in diesem Jahr möglicherweise Unionskanzler (in) wird, trägt das Haltbarkeitsdatum schon auf der Unterwäsche. Der Wähler ist mittlerweile gut trainiert im Abstrafen. Aber wen wird er 2009 wählen? Wenn die Schwarzen ihm auch nicht den Gefallen getan haben, alles wieder so gemütlich zu machen wie zu Helmut Kohls Zeiten.
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Bei den Roten liegen die Nerven blank

Die SPD zittert um ihre linke Herzkammer. In Nordrhein-Westfalen zittern die Sozis vor Jürgen Rüttgers, dem nuschelnden Relikt aus der Kohl-Ära, dem überhaupt nur eines in die Hände spielen kann: der Frust der SPD-Stammwählerschaft. Währenddessen bringt die Farbe Rot auch an idyllischeren Plätzen kein Glück. Auf den Straßen von Monte Carlo ließ sich Michael Schumacher so gnadenlos von den Kollegen abservieren, dass sein Startplatz nicht einmal der Vorbersichterstattung auf Spiegel-Online eine Erwähnung wert ist. Die Strecke sei „rutschig“ gewesen, sagt der Rekord-Champion. Was waren das für Zeiten als Schumi noch „rutschige“ Strecken brauchte, um der übermächtigen Konkurrenz von Williams und McLaren überhaupt etwas entgegen setzen zu können…
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