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iShit

„Hello, I’m a Mac.“ „And I’m a PC.“ So stehen sie vor uns, cool der eine, ein kleiner Trottel in schlecht sitzender Kleidung der andere. Ganz nebenbei erfahren wir, dass man beim Mac nicht übers Kabel stolpert, weil es nur magnetisch fixiert ist. Dann lernen wir, dass es für Mac auch keine Spyware gibt und keine Viren. Außerdem kann Mac „out of the box“ alles und PC nichts. Ob das im Einzelnen nun stimmt, sei einmal dahingestellt. Das Ziel ist ebenso klar, wie verfehlt: Windows-/PC-User sollen auf die schicken Macs umsteigen. Thom Holwerda stellt auf OSNews sogar dieses Ziel in Frage. Das Apple-Management könne doch gar nicht so schlecht sein, dass es die PC-User, die man gewinnen will, derart lächerlich macht. Vorsicht! Beim Weltall und der menschlichen Dummheit sollte man das Adjektiv „unendlich“ immer parat halten. Ich finde die Spots lustig bis anrührend. Gern sehe ich dem lustigen PC-Kauz zu, wie er sich Stück für Stück in seiner Welt vortastet. MacCool hat überhaupt keinen Dunst von dem, was in ihm vorgeht. Die eigene Existenz erschließt er sich über das Nachplappern von Apple-Slogans. Mit der „Get a Mac“ begeht Apple einen viel schwereren Marketingfehler als potenzielle Kunden zu vergraulen. Die Spots stellen den Mac-User als unkritischen Kommerzidioten dar, arrogant, besserwisserisch und nicht für drei Cent am geistigen Wachstum interessiert.

Schäuble will in die zweite Runde

Unser Bundesinnenminister wäre nicht der Fighter, der er ist, wenn er sich durch den Spruch eines Bundesgerichts entmutigen ließe. Wenn sein Trojaner nicht dem geltenden Recht entspricht, dann muss eben die Rechtslage angepasst werden. Dabei assistieren dem Minister die Gewerkschaft der Polizei und das Bundeskriminalamt. Natürlich mit dem Hinweis auf Terrorismus und Kinderpornografie. Die Nennung dieser Beispiele soll der Gesetzesinitiative Zustimmung im Volk sichern. Logisch. Wer würde Schäubles Hacker schon bei Ladendiebstahl begrüßen? Oder Steuerhinterziehung? Ein erschreckendes Panoptikum der „Stasi-Methoden“ entwickelt der Spiegel unter Berufung auf den Chaos Computer Club. Der CCC warnt davor, dass wo immer Beweise gesucht werden, die Ermittlungsbehörden auch welche platzieren können. Und bei der Online-Durchsuchung bräuchten die fraglichen Beamten mit fingierten Beweisen auch nicht mehr so vorsichtig zu sein, wie bei einer Hausdurchsuchung.

Doch kein Schäuble-Trojaner

Schaeuble Foto: Flickr

Der Bundesgerichtshof hat den Schäuble-Trojaner gestoppt. Wir erinnern uns: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte Waffengleichheit mit den internationalen Terroristen gefordert. Zu diesem Zweck sollten die Ermittlungsbehörden mit Trojanern in die PC argloser Bürger eindringen dürfen. Soweit kommt es nun doch nicht. Es ist dies schon die zweite Front, an der Schäuble dicke Bretter bohren muss. Das Abschießen von Flugzeugen haben die Kollegen im Kabinett dem Innenminister nicht erlauben wollen, und auch als Schäuble sich für die Folter aussprach, setzte es Prügel. Wir warten ab, ob es bald auch Selbstmordpolizisten mit Sprengstoffgürteln gibt. So wie das Sondereinsatzkommando (SEK) gibt es dann bald ein MSK, ein mobiles Selbstmordkommando, wie es schon im Film „Das Leben des Brian“ vorkommt. Bis zum Herbst 2009 hat der Bundesinnenminister noch Zeit, zu tun, was schon den RAF-Terroristen misslungen ist: die bürgerlichen Freiheitsrechte zu kippen. Mir ist nicht bange: Wenn dieser Staat diesen Minister übersteht, kann ihm kein Terrorist mehr etwas anhaben.

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