Lou Grassi (dr), Martin Speicher (sax) und Georg Wolf (bass) am Dienstag, 18. Januar, im Dock 4, Kassel.
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WMF bleibt Windows treu
Nehmen wir einen Autohersteller an. Plötzlich gibt es Probleme, weil das Bremssystem manchmal versagt. Keine Panik, sagt der Hersteller, im April gibt es ein neues Auto. Ein viel schöneres und größeres, und das wird tolle Dinge können: Wenn man auf einer Autofähre steht, kann man am Amaturenbrett die Wassertemperatur unter dem Kiel des Schiffes ablesen. Da wendet jemand ein: Die Bremsen funktionieren aber immer noch nicht zuverlässig. Ungefähr so geht es Microsoft mit seinem WMF-Bug: Die Sicherheitslücke wird auch beim neuen Windows Vista erhalten bleiben, meldet Golem heute: Aber keine Panik. Microsoft hat schon den ersten Patch angekündigt – für ein Betriebssystem, das noch gar nicht auf dem Markt ist.
Durch die Hintertür
Der so genannte WMF-Bug ist gar keine Sicherheitslücke, sondern eine Hintertür, die sich Microsoft offen gelassen hat, um Code auf den Systemen von Benutzern auszuführen, die Microsofts Website besuchen. Das behauptet der Sicherheitsexperte Steve Gibons. In der Tat scheint festzustehen, dass es sich nicht um einen Programmierfehler handelt, sondern um eine absichtlich eingebaute Funktion. Der Nachweis der Urheberschaft ist damit eigentlich reine Formsache. Wer sonst sollte solche Dinge in ein so gut gehütetes Betriebssystem einschleusen können als der, der es verbrochen hat?
Wo George Bush hobelt..
…da fallen nicht nur Späne. Eigentlich wollten die Amerikaner wohl einen Stellvertreter Osama bin Ladens treffen als sie das Dorf Damadola in Pakistan bombardierten. Getötet haben sie mindestens 18 Menschen. Im Ergebnis muss Pakistans Präsident Musharraf nun um seine Macht bangen. Schon im Krieg gegen die Taliban musste das pakistanische Volk mit Waffengewalt an die Seite des großen Freundes gezwungen werden. Eigentlich völlig unverständlich, warum die Amis in der Region keiner leiden kann.
Mrs. Merkel geht nach Washington
Der Besuch beim US-Präsidenten wird kein Zuckerschlecken für die Kanzlerin. Von allen Seiten wird sie jetzt aufgefordert, mutig zu sein und die Menschenrechte anzusprechen. Davon ist sonst nur die Rede, wenn deutsche Regierungschefs nach Russland oder China reisen. Selbst Wolfgang Schäuble hält Guantanamo für untragbar. Das will schon was heißen, schließlich sah der Innenminister bis jetzt kein Problem darin, Terroristen unter der Folter zu verhören.
Indessen ist herausgekommen, dass unser Bundesnachrichtendienst Bombenziele im Irak für die Amerikaner ausspioniert haben soll. ANgesichts der schillernden Rolle, die deutsche Geheimdienste bei den Folterflügen der CIA gespielt haben, würde es mich mittlerweile nicht mehr wundern, wenn man auch in Guantanamo deutsch spricht.