Dieser Mann, Magdi Mahmoud al-Nashar (33) soll die Sprengsätze von London gebaut haben. Die BBC bezeichnet den Mann in ihrer Berichterstattung von dessen Festnahme als gesuchten Chemiker. Das spricht für eine Distanz, die deutschen Medien abhanden gekommen ist. In den HR1-Nachrichten hieß er kurz: Der Bombenbauer, und der Sender verurteilte ganz Ägypten – dort wurde al-Nashar heute verhaftet – gleich mit: „Welche Rolle spielt Ägypten im internationalen Terrorismus“. Es ist dieser Unterschied in der Einstellung zum Rechtstaat, der Sorge bereitet: Otto Schily torpediert den Rechtstaat, ohne dass etwas passiert wäre. Die Briten verteidigen den Rechtstaat gegen die Bombenleger.
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Impressionen aus Marktl

Links das Ratzinger-Geburtshaus, im Hintergrund das Heimat-Museum und rechts einer der zahllosen Papst-Touristen derentwegen die jetzigen Inhaber des Papst-Geburtshauses das Anwesen fluchtartig verlassen haben. Verständlich: Wer wird schon gern beim Abwasch fofografiert. Und jeder dritte Papst-Pilger klingelt, um zu sehen, wo der Papst aufs Töpfchen gegangen ist.
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Auf den Papst! Papst Pilgerreise – auf Ratzingers Spuren
Zwei Jahre hätte Ratzinger hier nur gelebt, informiert der Wirt einer Gaststätte am Dorfplatz in Marktl die Touristen aus Westfalen. Ist ja egal, solange sie das Viererpack Papstbier mitnehmen. Und das werden sie: Sie haben bereits eine Papst-Tasche, die Papstgläser und etliche andere Devotionalien eingekauft, und sie haben das obligatorische Foto vor dem Geburtshaus von Joseph Ratzinger geschossen. Vielleicht haben sie sogar schon die Papsttorte im Café gegenüber probiert. In der Bäckerei W. Leuckert, in der die begehrten Papst-Mützen (Hefegebäck mit Rosinen) gerade ausverkauft sind, gibt es ein Buch mit Kochrezepten von Marktler Hausfrauen für Gerichte, die der bayerische Papst angeblich gern isst. Dabei wird der sich rückblickend allenfalls an den Geschmack von Babybrei erinnern, wenn der Name Marktl fällt. Der Taufstein, über dem Klein-Joseph die Taufe empfing, steht im Heimatmuseum Marktl. Wer an einer Führung teilnimmt, sollte etwas Zeit mitbringen. Der Streifzug durch die stolze Geschichte des Ortes beginnt beim Erdmittelalter. Nirgendwo sonst treibt der Kult um Benedikt XVI. so seltsame Blüten wie in Marktl.
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Der heilige Stuhl: Papst-Pilgerreise – auf Ratzingers Spuren 3
Nächste Station: Die Bischofswohnung im Studienseminar St. Michael in Traunstein. Alle drei Ratzinger Kinder – Josef, Maria und Georg – gingen in Traunstein zur Schule. Joseph kam als Dozent zurück und auch immer wieder als Erzbischof von München-Freising. Die Stadt rüstet sich für die erwarteten Papst-Touristen. Mit Hilfe von amerikanischen Papst-Fans will Traunstein einen Benediktbrunnen errichten. Wenn sich schließlich der Rummel um den Papst legt, wird vielleicht der geschmackvolle Bezug des Papstklos in der Bischofswohnung seinen Weg zu Ebay finden.
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Freising im Regen: Papst-Pilgerreise – auf Ratzingers Spuren durch Bayern 2
In Freising hat Ratzinger studiert und später auch selbst gelehrt. Man schwärmt dort noch heute, ihn habe die Aura eines „geistigen Mannes“ umgeben. Freising ist die alte Stadt der Erzbischöfe von München-Freising, der Fürstbischöfe aus dem Hause Wittelsbach. Die Stadt, in der Himmel und Erde einander zu durchdringen scheinen, hat bis heute nicht verkraftet, dass sie seit Beginn des 19. Jahrhunderts nur noch Bischofssitz zweiter Klasse ist. Auch heute ist man in Freising etwas verstimmt. Das Geschäft mit dem Papst droht die Ratzinger-Geburtsstadt Marktl zu machen. Dabei habe doch Ratzinger dort nur ein paar Jahre seines Lebens verbracht, wie man in Freising klagt. Außerdem sei Marktl gar nicht in der Lage die drohenden Papst-Pilgerströme zu kanalisieren.
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