Autor: Wolff von Rechenberg

China-Sharan

Was wir schon immer wissen wollten: In China heißt Volkswagen „Ludachris“ und Sharan … naja, was immer diese Zeichen bedeuten. Entweder haben wir hier den Fall von besonders guter Anpassung der Wolfsburger an lokale Märkte oder ein besonders freches Stück Produktpiraterie. Auf jeden Fall beweist das Foto einen besonders schweren Hochverrat am deutschen Arbeitsplatz. Gesehen in Potsdam am 9. Juni 2007.

G(uantánamo)8

Käfig- und Bodenhaltung der inhaftierten G8-Kritiker wirft der Republikanische Anwälteverein (RAV) der Rostocker Justiz vor. Die verhafteten Demonstranten sind in rundum einsehbaren Käfigen eingesperrt worden, in denen es nicht das kleinste bisschen Privatsphäre gibt. Das Licht wurde nicht ausgeschaltet, weil die Inhaftierten – auch die Frauen – ja rund um die Uhr gefilmt worden sind. Betten gab es nicht, dafür Isomatten, aber keine Decken. Der Rostocker Polizeiführer Knut Abramowski findet die Unterbringung im norddeutschen Guantánamo ganz heimelich und die Isomatten unheimlich großzügig. Und solchen Leuten sollen wir die Herrschaft über unsere privatesten Daten anvertrauen?

CSI Zürich

CSI Zürich hat Ötzis Tod geklärt. Züricher Wissenschaftler haben bei einer Computertomographie herausgefunden, dass Ötzi durch innere Blutungen ums Leben gekommen ist. Ausgelöst durch eine Pfeilspitze, die man im Brustraum des Eiszeit-Promi gefunden hat. Das berichtet die Netzzeitung.

Jalta-Romantik in Heiligendamm

Die Teilnehmer des G8-Gipfels in Heiligendamm haben sich auf eine gemeinsame Erklärung zum Klimawandel geeinigt. Darin schließen die acht Politiker nicht aus, sich in der nächsten zeit mal Gedanken zu machen, ob man nicht die Abgasemissionen etwas drosseln könnte. Mit dieser Vereinbarung war dann auch der Vertreter der weltgrößten Umweltverschmutzer einverstanden: US-Präsident Bush. Dennoch lobte Kanzlerin Angela Merkel diese Erklärung als Durchbruch. Weil – Obacht! es gelungen sei ein Auseinanderbrechen der Weltgemeinschaft in dieser Frage zu verhindern. So hieß es heute Abend in den Nachrichten auf HR1. Ich frage mich, wie lange wohl der Kollege am Mikrofon den Satz üben musste, um nicht iñ Gelächter auszubrechen, wenn er ihn verliest. Das hört sich an als ob die tapfere Kanzlerin gerade noch einschreiten konnte, bevor sich die Herrschaften am Strand mit den Schäufelchen auf den Kopf schlugen – wegen dem bisschen Klima. Währenddessen berichtet die Netzzeitung vom anderen Gipfel, dem 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln. Dabei lernen wir, dass allein der Zaun um das Tagungshotel der Staatschefs so teuer war wie der ganze Kirchentag. Der G8-Gipfel ist ein Abgesang auf eine Ära in der Politik. Auf eine Zeit, in der Politik in Washington und Europa gemacht wurde. In der G8 lebt der letzte Hauch von Jalta-Romantik weiter, als vier Staatschefs mit dem Kugelschreiber die Welt neu teilten.

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