Autor: Wolff von Rechenberg

Wer verabredet sich mit Wolfowitz?

Paul_Wolfowitz Foto: Orpailleur/Flickr.com

Paul Wolfowitz steht im Mittelpunkt des heutigen Borowitzreport. Wir erinnern uns: Der ehemalige Vize-Verteidigungsminister in der Bush-Regierung und jetzige Weltbank-Präsident steht in der Kritik, weil er einer Freundin in der Weltbank ein fürstliches Gehalt bewilligt haben soll. Millionen von Menschen reagierten auf diese Nachrhicht schockiert, heißt es im Borowitzreport. Sie können sich nicht vorstellen, dass Wolfowitz eine Freundin hat. Millionen Amerikaner fragen: „Wer würde mit Paul Wolfowitz ausgehen?“

Die Antwort kennt David Logsdon von der Universität von Minnesota, der die Verabredungsgewohnheiten von Weltbank-Präsidenten studiert. Er meint: „Jemanden davon zu überzeugen, mit ihm auszugehen, ist keine große Sache für einen Mann wie Paul Wolfowitz. Erinnern Sie sich, dass er der Mann war, der Präsident Bush dazu überredet hat, in den Irak einzumarschieren.“

Oettinger widerruft

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger widerruft seine Behauptung, Hans Filbinger sei ein Nazi-Gegner gewesen. Zwischen den zusammengebissenen Zähnen knirscht er in die Heute-Kameras, dass seine Behauptung so „nicht mehr aufrecht erhalten werden“ könne. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihm die Instrumente gezeigt, hat ihm gedroht, er sei sonst als Ministerpräsident nicht zu halten. Dass die Kanzlerin den Bruch mit einem der stärksten CDU-Landesverbände riskiert, spricht für sie. Aber es zeigt einmal mehr, dass die CDU ein nur schwach kaschiertes Problem mit der Nazi-Vergangenheit hat. Aus dem baden-württembergischen CDU-Landesverband gab es kein Wort der Kritik an Oettingers Rede, und man darf annehmen, dass auch der Rest der Partei kaum aufgemerkt hätte, wenn nicht die jüdische Gemeinde zuerst protestiert hätte. Im Gegenteil: Wir dürfen annehmen, dass Oettinger den Nazi-Todesrichter nur deshalb zum Widerstandskämpfer verklärt hat, weil er in gewissen Kreisen der Union damit punkten kann. Kreise, die der Einfachheit halber jeden gern als Widerstandskämpfer sehen würden, der den Nazi-Terror überlebt hat – auch wenn er höchst aktiv daran mitgewirkt hat.

Sprungschanze ohne Schnee

Skispringen Foto: www.deutschland-tourismus.de

Die Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen wird abgerissen. Aber schon zum Neujahrsskispringen 2008 soll eine neue Schanze stehen. Viel schöner und viel größer als die alte. Bleibt nur zu hoffen, dass man auch mit Rollschuhen da runter springen kann. Schließlich prophezeien die Meteorologen, dass in den Alpen die letzte Schneeflocke bald geschmolzen ist.

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