Kategorie: Ansichtssache

Die Welt aus meiner Sicht

BEELINE: Aus in der Vorrunde

Die „Best Little Rockband“ der Welt ist am Sonntag beim Emergenza-Wettbewerb nach der Vorrunde nach Hause geschickt worden. Grund: Es voteten zuwenig Zuschauer für BEELINE. Wir kommen eben nicht aus dem Raum Frankfurt – dort fand der regionale Vorausscheid statt – sondern aus dem Ballungsraum Kassel-Arnsberg. Immerhin sind selbst aus Hamburg Fans angereist. Schuld am bedrückten Gesichtsausdruck von Frau Kordes (Gesang) ist jedoch nicht das Ergebnis, sondern der Genuss einer Pizza bei Pizza Hut in der Frankfurter Innenstadt. Der Koch fürchtete wohl, die Hefepilze im Teig könnten zu neuem Leben erwachen und ertränkte sie vorsorglich in Öl. Ob Speiseöl oder Altöl, das muss eine Obduktion nach dem Ableben der Band klären.

Elite á la Schröder: Die Bundesländer

Steinbrück bringt es auf den Punkt: Warum sollen wir für die anderen Bundesländer blechen? Sollen die doch selbst sehen, wo sie bleiben. Wir (NRW) repräsentieren doch ohnehin ein Viertel der deutschen Bevölkerung. Damit befindet sich Schröders Stiefelknecht ganz und gar auf Kanzlerlinie. Zugegeben: Es ist schon erstaunlich, dass unsere Politiker 15 Jahre lang behalten haben, dass es da mal einen anderen deutschen Staat gab, der andere Startvoraussetzungen besaß und selbst daraus nicht immer das Beste gemacht hat. Also sehen sich Steinbrück und Stoiber in einer Art großer Koalition der Kraftmeier als die Elite unter den Bundesländern – Verzeihung, Herr Koch, Sie natürlich auch. Schön, dann wollen wir mal hoffen, dass sich das Sauerland, das Münsterland und Ostwestfalen nicht so bald als Elite unter den Regionen sehen und es ablehnen, die Industriebrachen im Ruhrgebiet durchzufüttern. Sonst müsste der föderale Analphabet Steinbrück schnell betteln gehen. Nachtrag: Müntefering sagt, er habe keine Angst vor mehr Wettbewerb zwischen den Bundesländern. Muss er auch nicht. Der Mann kommt aus dem Sauerland, da geht es den Leuten vergleichsweise gut.

Elite á la Schröder: Die Politiker

Hand aufs vielzitierte klamme Herz: Sind unsere Politiker nicht allesamt Mittelmaß? Was wollen wir dagegen tun? Dem Schröder-Clementschen Elitegedanken folgend, natürlich gar nichts. Wir lassen die Politiker alle dort wo sie sind, und wo schon lange kein Pfeffer mehr wächst. Stattdessen brauchen wir neue Politiker. Strahlend, klug, weise und vor allen Dingen vorbildlich. Denn am Elitewesen soll ja das Mittelmaß genesen. Aber wer sollte diese Politiker wählen? Wir? Wir sind disqualifiziert. Schauen wir uns nur an, was wir bisher gewählt haben. Nein, dafür müsste eine Kommission gegründet werden. Das und heiraten sind immerhin die liebsten Beschäftigungen unseres Regierungschefs. Wer könnte darin Platz nehmen? Vielleicht Dieter Bohlen, der Tag für Tag im TV die Elite kürt? Dann wäre eins sicher: Das demnächst vakante Amt des Bundespräsidenten würde definitiv eine Frau übernehmen. Unser Staatsoberhaupt würde eine Brünette, nicht über Fünfundzwanzig mit ordentlich Holz vor der Hütte.

Schily lässt die Muskeln spielen

Da sollen jetzt also auch bei der biederen Lufthansa bewaffnete Büttel mitfliegen. Ganz nach dem Vorbild der Amis. Außerdem soll die Luftwaffe in Zukunft entführte Flugzeuge abschießen dürfen. Nur damit wir wie die Amis sind? In des Bundesinnenministers Panikmache stecken drei Denkfehler:
1. Die größte Gefahr im deutschen Luftraum sind die altersschwachen Phantoms der Bundesluftwaffe.
2. Dummerweise achten wir das Völkerrecht und bombardieren keine Länder deren Namen wir nicht kennen, wenn unser Regierungschef mal vor einen Untersuchungsausschuss zitiert wird. Kurz: Wir geben nicht viel her als Inbegriff des Bösen.
3. In unseren Städten dürfen die Bauwerke oft nicht höher sein als irgendein Sakralmonument (Kölner Dom, Münchener Frauenkirche etc.). Das sind keine flugtauglichen Höhen. Und wer auf die Idee käme, sich mit einem Flugzeug in einen Frankfurter Wolkenkratzer zu stürzen, der würde sich wahrscheinlich schon über Hanau angewidert abwenden.

Kreativität gefragt

Die Richtlinien für die Gesundheitsreform könnten nur funktionieren, wenn diejenigen, die sie anwenden, verantwortungsvoll damit umgehen, sagte Ministerin Ulla Schmidt gestern. Das fügt dem Anforderungsprofil niedergelassener Ärzte einen bisher ungewohnten Punkt hinzu: Kreativität! Das deutsche Rechtssystem zeichnet sich im allgemeinen dadurch aus, dass es auch die kleinsten Eventualitäten reglementiert. Jetzt soll der Arzt, oder der Berater bei der Krankenkasse selbst entscheiden, was er unter „verantwortungsvoll“ versteht. Weiterlesen

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