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Plötzlich ist der Knoten geplatzt

Ein Betriebssystem, anpassbar für alle Hersteller und alle Anwendungen, Verlässlichkeit für den User (Kennst du eines, kennst du alle), keine teuren Insellösungen, sondern alle Beteiligten partizipieren an gemeinsamen Entwicklungen. Nicht von meinem geliebten Linux ist hier die Rede, sondern von Android. Android ist das OpenSocial fürs Handy. Mit Android will sich Google auch auf den funzeligen Displays eingraben, will seine Dominanz im „großen“ Web auch auf das „kleine“ Web übertragen, um auch da den Werbemarkt unter Kontrolle zu bekommen.

Keine Frage, dass Android ein Erfolg werden wird, dass Googles Waldorfkindergarten-Optik bald von den Handydisplays blinzeln wird. Weiterlesen

Auf dem Weg zum GoogleNet

Der November schien so gut zu beginnen für Microsoft. Endlich hatte der Softwaregigant einmal einen Sieg über den Erzrivalen Google errungen. Um eine Beteiligung am Community-Portal Facebook hatte Microsoft den Konkurrenten in letzter Minute ausgeboten. 240 Millionen Dollar hat Microsoft für lumpige 1,6 Prozent des Studentenportals hingeblättert und damit mal gerade eben den Marktwert von Facebook auf 15 Milliarden US-Dollar getrieben. Damit schien der Windowsschöpfer alle Trümpfe in der Hand zu haben: Eine Integration der eigenen schwächelnden Internetsuche MSN Search in das am schnellesten wachsende Social-Networking-Projekt könnte den beiden Platzhirschen Google und Yahoo richtig weh tun.
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Telekom-Tagebuch 7: Dienstag, 6. November 2007

Es muss wie bei der ersten Mondlandung ausgesehen haben, beim ersten Weihnachtsfest oder bei den Boxkämpfen von Muhammad Ali. Die ganze Familie saß beisammen und starrte wie hypnotisiert eine Kiste an. Nur: Unsere Kiste war kein Fernseher, sondern der Router. Das Lämpchen, das die DSL-Verbindung anzeigt. Würde es blinken? Gegen 18 Uhr begrub meine Familie alle Hoffnung. Kein DSL, kein Fernsehen. Von der Telekom liegt immer noch keine Information vor, ob sie uns noch ins Netz bringen können oder nicht. Nach unserem Eindruck sind sie froh, ein paar lästige Kunden losgeworden zu sein. Wenn ich morgen früh die fristlose Kündigung eingeworfen haben werde, dann werde nicht nur ich aufatmen, sondern auch die Telekom. Vielleicht ist in dem Laden nicht nur der Chef liebestrunken, vielleicht haben Arcor oder HanseNet Saboteure eingeschleust, die den Rosa Riesen zu Fall bringen wollen?

Telekom-Tagebuch 6: 4 November 2007

Telekom-Tagebuch 5: 31. Oktober 2007

Telekom-Tagebuch 4: 27. Oktober 2007

Telekom-Tagebuch3: 26. Oktober 2007

Telekom-Tagebuch2: 24. Oktober 2007

Telekom-Tagebuch 1: 23.Oktober 2007

It’s just a jump to the left

Demokratischer Sozialismus, vorsorgender Sozialstaat, länger ALG I für ältere Arbeitslose: Die SPD hat auf ihrem Parteitag Selbstbewusstsein getankt, hat zur roten Seele zurückgefunden, die sie um ein Haar Lafontaines Mannen überlassen hätte. Mit ihrem neuen Grundsatzprogramm habe die SPD einen Linksruck vollzogen, kommentieren die Medien, und dabei werde es nicht bleiben. Die ganze Republik schreie plötzlich nach dem Staat, nach Verteilung der Konjunkturgewinne. Dem könne sich die Union nicht lange verschließen. Also springt das ganze Land nach links? Mit Mann und Maus und Kanzlerin? Keineswegs: Die Sozialdemokraten haben vor allem eines erreicht: Sie haben einen kuscheligen Parteitag genossen, unbelastet von der rauen Wirklichkeit, sie haben die alten Lieder gesungen, kurz: Kurt Beck und die Seinen haben den Laden zusammengehalten, wo zuletzt schon Spaltung drohte. Und wen interessieren schon Grundsatzprogramme in den Zeiten der parlamentarischen Demoskopie?

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