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Walter Kempowski: Bewahrer von Geschichte und Geschichten

walter_kempowskiZwischen den Seiten seines Bestsellers Tadellöser & Wolff oder während des gleichnamigen TV-Mehrteilers fanden viele Ältere ihre Erinnerungen an die Vorkriegs- und Kriegszeit: Walter Kempowski. Der am 29. April 1929 in Rostock geborene Schriftsteller möblierte mit seinen autobiografisch geprägten Zeitschilderungen Räume für eigene Erinnerungen und vermittelte den Jüngeren Innenansichten einer Zeit, über die in den Siebzigerjahren keiner gern sprach, der dabei war, und andere nur in vorwurfsvoller Absicht Fragen stellten. Kempowski galt unter den 68ern als zu unpolitisch, doch gleichzeitig war Kempowski ein Bewahrer von Geschichte und Geschichten. Zum Todestag habe ich auf der „Lesen“-Seite ein Interview veröffentlicht, dass ich 2003 für die HNA mit Walter Kempowski führte. Darin ging es um Kempowskis Haftzeit in Bautzen 1948 bis 1956. Walter Kempowski erlag heute, am 5. Oktober 2007, in seinem Haus in Rotenburg an der Wümme einem Krebsleiden.

Das Foto zeigt Walter Kempowski bei der Autogrammstunde in Rostock. Foto: Thorbjoern/Wikipedia.

CD – Tipps: Friedrich Gulda und Joni Mitchell

Das Musikportal Jazz Echo weist auf zwei wichtige Jazz-Neuerscheinungen hin: Friedrich Gulda – At Birdland dokumentiert den Seitensprung des Jahrhundertpianisten in den Jazz. Die Aufnahme von 1958 ist endlich wieder verfügbar.

Brandneu ist Joni Mitchells Shine. Vor zehn Jahren hat Joni Mitchell zum letzten Mal ein Album mit eigenen Kompositionen vorgelegt. Es gingen Gerüchte,eine der größten Songschreiberinnen der Musikgeschichte habe endgültig die Nase voll vom Musikgeschäft. Shine zeigt, dass sie wieder auf den Geschmack gekommen ist und muss darum schon als wichtiges Pop-/Jazz-Album gelten.

Keine Angst vor Freien Radikalen

Freie Radikale sind besser als ihr Ruf. Nein, damit sind nicht die RAF-Terroristen gemeint, die nach und nach wieder auf freien Fuß gesetzt werden, und nicht muslimische Extremisten, die den Linksterroristen als Bürgerschrecks nachgefolgt sind. Radikale sind Atome oder Moleküle mit mindestens einem freien Elektron, die daher besonders reaktionsfreudig sind. Freie Radikale sind Sauerstoffverbindungen dieser Art, die bei überlasteten Verbrennungsprozessen in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, entstehen. Bei solchen Verbrennungsprozessen spielen äußerliche Einflüsse eine Rolle: Rauchen, Saufen, ungesundes Essen und alles was sonst noch Spaß macht. Die Freien Radikale versursachen oxidativen Stress, und der wiederum steht im Verdacht Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und eigentlich alles hervorzurufen, für das man BSE und H5N1 nicht haftbar machen konnte. Die Freien Radikale sind die Islamisten des menschlichen Körpers. Um auf den Anfang zurück zu kommen: Der Jenaer Ernährungswissenschaftler Michael Ristow hat nun herausgefunden, dass Freie Radikale ganz im Gegenteil das Leben verlängern. Sie regen die Zellen dazu an, sich gegen oxidativen Stress zu wehren.

Quelle: Netzzeitung

Lokführer: Nur Fliegen ist schöner

Wer morgen mit dem Zug ins Büro muss, sollte früher aufstehen und an der Landstraße den Daumen raushalten, wenn er kein eigenes Fahrzeug besitzt. Zwischen 8 und 11 Uhr streiken die Lokführer. Die Herren, Herren, die früher mit rußigem Gesicht im Führerstand Kohlen geschippt haben, wollen nach wie vor 30 Prozent mehr Lohn. Immerhin trügen sie die gleiche Verantwortung wie die Flugkapitäne. Nun, da übersehen sie, dass ein Zug auch bei einem Fahrfehler des Chauffeurs nicht vom Himmel fällt. Das wird die Lokführer wenig beeindrucken. Denn mit dem Flugkapitän geht’s auch einkommensmäßig aufwärts. Das kann man von einem Busfahrer nicht behaupten kann, auch wenn der genauso viel Verantwortung trägt.

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