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15 Jahre Mobilfunk in Deutschland

handywerbungFast wäre das Jubiläum spurlos an uns vorüber gegangen: Seit 15 Jahren gibt es Mobilfunk in Deutschland. Am 30. Juni 1992 wurde in Deutschland das erste GSM-Netz frei geschaltet. Daran erinnert das Technikportal Xonio. Anfangs eine elitäre Sache, brachte die Konkurrenz schnell günstigere Preise fürs Handy. D2-Mannesmann – heute Vodafone – und dann Eplus rangen mit dem Platzhirsch D1 – heute T-Mobile – um die Vormacht im Markt.

Heute hat sich Vodafone als Volksempfänger an die Spitze gesetzt. T-Mobile ist die Wahl der Funkloch-Paranoiker, und Eplus ist was es immer war: Ein Netz mit überschaubarer Tarifstruktur. Es ist bezeichnend, dass die Eplus-Netz-Angebote Simyo und Base die Tür für Discountangebote öffneten.

Das Technik-Portal Xonio widmet dem Jubiläum eini ge interessante Seiten. Dort finden Sie die besten Handies aus 15 Jahren, die Handy-Werbungen der Hersteller und allerhand weiteres Wissenswertes über die Bimmelbüchse, die bis heute einen Rest von gesellschaftlichem Sprengstoff in sich trägt. Ich erinnere nur an die Diskussion über Sendemasten.

documenta 12 – Peter Friedl: The Zoo Story

Peter Friedl: The Zoo Story. Das ist Brownie, die letzte Giraffe im einzigen Zoo im Westjordanland. Als die Israelis die Stadt stürmten, rannte Brownie mit dem Kopf gegen eine Eisenstange, fiel um und verendete. Ein Tierarzt hat die toten Tiere eingesammelt und amateurhaft ausgestopft. Peter Friedl hat Brownie als ungewöhnlichen Zeugen des Tötens im Nahen Osten auf die documenta 12 gebracht.

Keine Unschuld im Irak

Zwei im Irak eingesetzte amerikanische Soldaten sind wegen Mordes angeklagt. Die US-Regierung betont jedoch, dass die beiden als unschuldig gelten, bis ihre Schuld bewiesen ist. Ein solches rechtsstaatliches Privileg billigten die Streitkräft gerade erst 26 Irakis nicht zu. Sie wurden als „Extremisten“ über den Haufen geschossen. Keine leichte Situation für die GIs: Wenn ein gekillter Araber eine Bombe unter dem Burnus trug, gibt’s einen Orden, wenn es Bananen waren, gibt’s Handschellen. Nur: Um vorher zu fragen, fehlt den Soldaten im Alltag die Zeit.

Schäuble gegen den Rest der Welt

Wenn es um die Online-Durchsuchung geht, dann rollen Wolfgang Schäubles Räder auch gegen alle Widerstände. Er will’s – notfalls allein. Da stört es den wackeren Innenminister nicht, dass der Bundesgerichtshof das heimliche Filzen von Computern gerade erst verboten hat. Um die Verfassung zu schützen, geht Wolfgang Schäuble zur Not über Leichen, und sei es die der Verfassung. Nun könnte man ja einwenden: Wenn der Minister schon die Urteile des BGH über den Haufen wirft, befinde er sich eigentlich schon mit einem Rad auf der anderen Seite der Verfassung, der Seite, auf der der Minister seine Islamisten vermutet. Logo, wo sonst sollte er sie jagen? Wenn die Islamisten die Verfassung brechen, dann müssen das in der Logik von Wolfgang Schäuble auch die Sicherheitskräfte tun. Schließlich hatte Schäuble immer schon gesagt: Die Sicherheitskräfte müssen dürfen, was auch die Terroristen tun. Wenn die also beispielsweise an einem Bundesligaspieltag in der Always-Ultra-Arena ein Blutbad anrichten, dann…

Lassen wir das. Schäuble selbst mag es gar nicht, wenn man ihn bezichtigt, erbreche die Verfassung. Zitat: „Ich werde unfreundlich, wenn mir Verfassungsbruch vorgeworfen wird.“ Lieber Herr Minister, wenn Sie’s nicht tun, werfen Wir’s Ihnen nicht vor.

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