Sie sind die wohl potentesten Wohltäter der Menschheitsgeschichte: Bill (Microsoft) Gates und Ehefrau Melinda tun über ihre Stiftung mehr Gutes als der barmherzige Samariter und Mutter Teresa. So glaubte die Welt, bis bekannt wurde, mit welch schmutzigen Geschäften die Stiftung des Software-Tycoons ihr Tun finanziert. So finanziert die Gates-Stiftung in Nigeria ein Impfprogramm gegen Masern und Kinderlähmung. Das Geld bezieht sie unter anderem aus Investitionen bei Ölfirmen, die dort ihr überschüssiges Öl abfackeln. Dabei entsteht ein Dauerregen aus 250 Substanzen, die Mensch und Tier vergiften. Die Kinder leiden häufig an Atemwegserkrankungen. Aber die Stiftung will erste Konsequenzen ziehen: Der caritative und der investive Bereich sollen getrennt werden. Dann weiß die eine Hand wenigstens nichts mehr von den Untaten der anderen.
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Gericht ohne Beklagte
Erstmals stehen CIA-Schergen vor Gericht: in Italien. Aus Italien haben die Amerikaner den Imam Abu Omar entführt und in dessen Heimatland Ägypten in einem geheimen Folterknast vernommen. Die wackeren italienischen Staatsanwälte haben fleißig Material gesammelt: Es existieren belastende Aussagen italienischer Geheimdienstler, belastende Fotos und Filmaufnahmen. Dennoch blieben in der Vorverhandlung die Anklagesessel leer. Sie werden sich auch nicht füllen, weil sich die italienische Regierung weigert, die Auslieferungsanträge gegen die 26 CIA-Agenten nach Washington weiterzuleiten. Aber selbst wenn Italien eine Regierung fände, die genug Mut hätte, solche Ansinnen zu verschicken, dann würden sich die Anklagebänke nicht füllen. Mit genauso guten Erfolgsaussichten könnte die italienische Regierung die Auslieferung des Weihnachtsmannes verlangen. Wir kokettieren mit unserer staatlichen Souveränität auf dünnem Eis.
Start mit Linux
Linux für die (Vor-)Schule? Da rät der erfahrene aber kinderlose Linux-Fan fast reflexartig zum Ubuntu-Ableger Edubuntu. Da ist doch eigentlich alles drin und dran. Ich habe den Versuch gemacht, weil ein Kindergarten in meinem Umfeld die Anschaffung von Computern plant. Edubuntu-Live-CD runtergeladen und mit einer erfahrenen Erzieherin angeschaut. Ergebnis: Die Software-Auswahl umfasst zahlreiche Programme, die sich eher an Schulkinder wenden. Bruchrechnung und komplexe Knobelaufgaben dürften selbst Wunderkindern mit vier Jahren noch schwer fallen. Zweiter Kritikpunkt: Die Programme sind nur zur Hälfte in Deutsch übersetzt. Es schien uns verfehlt, Kinder mit Englisch zu konfrontieren, die nur bruchstückhaft Deutsch sprechen. Also habe ich mich daran gemacht, ein kindgerechtes Linux aus den Quellen für mein derzeitiges Linux, Fedora Core 6 (Zod) zu basteln.
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Stoiber und die Frauen
CSU-Frauen fühlen sich unter Stoiber wohl meldet die Netzzeitung heute. Weiter heißt es, christsoziale Frauen hätten sich vor Edmund Stoiber gestellt, nachdem ihn seine Gegnerin Gabriele Pauly als Frauenfeind bezeichnet hatte. Sich „vor jemanden stellen“ ist natürlich etwas anderes als „sich unter ihm wohlfühlen“. Ungewöhnlich, dass sich das ansonsten seriöse Internetmagazin mit den Paarungsvorlieben bayerischer Frauen befasst. Ungewöhnlich auch, dass man uns den weißblauen Stotterer als Sexprotz verkauft. Der Vollständigkeit halber hätte man anfügen können, dass sich die CSU-Frauen vermutlich unter Brad Pitt noch wohler fühlen würden.
Notizen zu 2006
Ein verrücktes Jahr geht zu Ende. Ein Jahr, das die Frontverläufe in vielen Konflikten verändert hat.
Das offensichtlichste Beispiel ist die deutsche Politik. Die große Koalition könne einfach so durchregieren, hatten die Politologen orakelt. Und das stimmt, was die parlamentarische Opposition angeht. Die kleinen Drei reagieren auf alle Aktionen der großen Zwei schematisch: Die FDP fordert gebetsmühlenartig Steuersenkungen und die Abschaffung des Kündigungsschutzes. Die neue alte Linke hält mit abgedroschenen Arbeiterliedern dagegen. Besonders ärgerlich finde ich die Grünen: Da lassen ein paar deutsche Soldaten Dampf ab, posieren mit Totenschädeln und die Partei, die nach Fischers Abgang nur noch die von Ströbele ist, fordert reflexartig den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Da wird ein brutaler Diktator hingerichtet, und die Grünen reagieren angewidert, weil sie finden: „Du, die Todesstrafe ist per se Scheiße!“
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