Ein namenloser inidischer (?) Popsänger vertritt auf seiner Website the friendly indian pop artist die These, dass sich westliche Popmusik mit nur zwei Akkorden auf der Gitarre spielen lässt. Welche das sind, verrät er uns nicht. Aber er tritt den Beweis anhand von 20 MP3-Juwelen an. Unbedingt reinhören!!!!!
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Singe, wem MP3 genommen
Haben Sie gewusst, dass …
… wir CDs ganz legal kaufen dürfen?
… wir sie zum Genuss auf mobilen Geräten (MP3-Player) kopieren dürfen?
… damit ganz schnell Schluss sein könnte?
Die US-Musikindustrie findet es unglaublich großzügig, dass wir Musik unterwegs genießen dürfen. Das meldet Heise heute. Doch, so drohen die Musikkonzerne, das muss ja nicht so bleiben. Ruckzuck landet der ahnungslose Jogger mit dem MP3-Player auf den Ohrwascheln in Guantanamo. Aber, liebe Leute, was sollen wir denn dann mit all den knuffigen kleinen Dudeleiern machen, die ihr uns für teuer Gald verkauft habt? Und was sollen wir unterwegs tun, wenn wir nicht mehr Musik hören dürfen? Selber singen? Wenn morgens um 6 Heere von Joggern und Nordic-Walkern laut und falsch singend durch den Central Park stapfen, dann werden die sensiblen Manager von EMI-Classics die Ersten sein, die ihrem Leiden durch einen Sprung aus dem Penthouse ein Ende setzen.
Transrapid Made in China
Kaum saust die erste Magnetschwebebahn durch Shanghai, da schockieren die Chinesen uns mit einer Meldung vom eigenen Transrapid. Leichter als der deutsche Zug soll er sein, viel schöner und natürlich überhaupt nicht abgekupfert. Solche Dinge sind nicht neu: Seit Neumann in China die edlen Röhrengroßmembranmikrophone herstellen lässt, überschwemmen chinesische Anbieter den Markt mit 100 Euro billigen Kopien und auch Autohersteller haben Erfahrung mit überraschenden Formen des Technologietransfers.
Auf der Suche nach billigen Produktionsbedingungen ist die Industrie wie eine neugierige Laus von Kopf zu Kopf gekrochen und fand in China ideale Produktionsbedingungen: Eine unbegrenzte Zahl von Arbeitskräften erledigt jede Arbeit zu jedem beliebigen Preis – manchmal sogar gratis im Arbeitslager. Außerdem kennt das Land keine Standards für Sicherheit am Arbeitsplatz oder für Umweltschutz. Kehrseite: Die Chinesen erkennen patentrechtliche Ansprüche aus anderen Ländern faktisch nicht an.
Profil schärfen
Wenn in Deutschland jemand sein „Profil schärfen“ will, wie jetzt die Bundesagentur für Arbeit, dann geht es immer zuerst um Selektion. Das Rezept: Wir erhöhen das Tempo so lange, bis nur noch eine „Elite“ mithalten kann, was auf der Strecke bleibt sehen wir als Abfall, der in die Sonderschulen entsorgt wird – und in die Qualifizierungsprogramme der Bundesagentur für Arbeit. Die BA will aber auch nicht mehr der Mülleimer für die Verlierer sein. Für wen will sich die Agentur eigentlich verantwortlich fühlen, wenn nicht für die, die auf sie angewiesen sind? Demnächst erfahren wir, dass Hartz IV nur noch an Spitzenverdiener ausgezahlt wird.
Schwule Pinguine
Zuerst glaubte man, es sei alles heilbar. Der Frauenmangel sei schuld an der Homosexualität mehrerer Humboldtpinguine im Zoo von Bremerhaven. Gegen den Protest von Schwulenvereinen aus der ganzen Welt entschied sich die Zooleitung zum Handeln. Es wurden sechs süße Pinguindamen aus Schweden eingeflogen. Das berichtete der Deutschlandfunk heute Vormittag. Der Arterhaltung räumte die Geschäftsleitung Vorrang ein vor dem individuellen Daseinsglück schwuler Pinguinmännchen, die friedlich und zärtlich einen Kieselstein bebrüten. Immerhin gebe es nur noch 2000 Brutpaare in Freiheit, argumentierte eine Vertreterin des Zoos. Da ist jedes Spermium kostbar. Aber Pustekuchen: Die schwulen Pinguine würdigten die schönen Schwedinnen keines Blickes.
Das ist mitten im Sodom und Gomarrha des Bremerhavener Zoos der einzige Lichtblick für den Vatikan: Pinguine bleiben in der Regel einander treu bis dass der Tod sie scheidet. Immerhin bleibt für die Heilige Römische Kirche noch viel zu tun. Bei 450 Tierarten ist die gleichgeschlechtliche Liebe beobachtet worden, erfahren wir aus dem Beitrag. Wir wissen nicht, wie viele Vogelarten sich darunter befinden. Wir wissen nur eines: Selbst wenn die Vögel seinerzeit dem Heiligen Franz von Assisi gelauscht haben, als dieser ihnen gepredigt hat, und ein gottesfürchtiges Leben fristen. Bis zum Südpol hat die Stimme des Heiligen wohl nicht gereicht.