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Einmal Terroranschlag, aber bitte mit Toten

Kaum gewinnt man den Eindruck, dass die Amis allmählich aus dem Blutrausch erwachen und ihren durchgeknallten Präsidenten zügeln, da schmeißt Europa die Terrorpropaganda an: Heute hat Jacques Chirac einen Terroranschlag bestellt. Woraufhin er natürlich mit der geballten Atommacht von Frankreichs Force de frappe zurück schlagen werde, sagt er. Gegen wen? Ach so, gegen einen Staat. Wo liegt das genau, Monsieur Chirac, dieses Terroristan oder wie dieser Staat heißen soll?
Und bitte nehmen Sie endlich zur Kenntnis, lieber Irakkriegsverweigerer: Niemand im Nahen Osten hasst Sie genug, um bei Ihnen in Paris Hochhäuser einzuschmeißen. Gibt ja auch keine. Schon unser letzter Innenminister hat mit dem heroischen Mut der Verzweiflung versucht, einen Terroranschlag aufs Frankfurter Bankenviertel herbeizureden. Immer wieder hat er den Terroristen neue Ideen geliefert, Bio- Chemie-, Atom-, und sonstwas-Waffen.
Aber Sie, Monsieur le President und Otto Schily, Sie haben schon Recht: Wenn in Mitteleuropa nicht bald was passiert, dann fangen die Amerikaner an, Osama bin Laden bei uns zu suchen, und dann geht’s uns wie den Pakistanis: Unsere eigenen Geheimdienste werden den amerikanischen Bombern noch die Ziele markieren.

Surfen wie der Terrorist

ACHTUNG! WIR SEHEN, WAS SIE TREIBEN!
Keine Panik … oder doch … Die EU speichert nämlich alle Telekommunikationsdaten ihrer Bürger zwei Jahre lang. Zwei Jahre lang kann man nachverfolgen, welche Seiten Sie besucht haben.

GEBIETEN SIE DEM EINHALT! Überwachung des Internetverkehrs? Das ist nur was für brave und bequeme EU-Normalos, die sich wie die Lämmer zur Schlachtbank der Bürgerrechte führen lassen. Terroristen fängt man so nicht. Dass die Brüder Handtücher um ihre Köpfe wickeln, heißt nicht, dass sie in der Birne weich wären. Man kann doch anonym surfen – wenn man weiß, wie’s geht. Ganz einfach macht das ANONYM.OS. Das ist eine Live-CD mit dem Betriebssystem BSD, die auf jedem Computer läuft, wie Ihre Knoppix-CD aus der PC-Welt. Näheres erfahren Sie bei Pro-Linux.
Machen Sie’s wie der Terrorist: Downloaden, auf eine CD brennen, PC starten und unerkannt surfen.

WMF bleibt Windows treu

Nehmen wir einen Autohersteller an. Plötzlich gibt es Probleme, weil das Bremssystem manchmal versagt. Keine Panik, sagt der Hersteller, im April gibt es ein neues Auto. Ein viel schöneres und größeres, und das wird tolle Dinge können: Wenn man auf einer Autofähre steht, kann man am Amaturenbrett die Wassertemperatur unter dem Kiel des Schiffes ablesen. Da wendet jemand ein: Die Bremsen funktionieren aber immer noch nicht zuverlässig. Ungefähr so geht es Microsoft mit seinem WMF-Bug: Die Sicherheitslücke wird auch beim neuen Windows Vista erhalten bleiben, meldet Golem heute: Aber keine Panik. Microsoft hat schon den ersten Patch angekündigt – für ein Betriebssystem, das noch gar nicht auf dem Markt ist.

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