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Freut euch auch an kleinen Dingen

Können Sie sich auch an Kleinigkeiten freuen. Lacht Ihnen das Herz bei Nachrichten, die den meisten Menschen selbstverständlich erscheinen? Dann habe ich eine Neuigkeit für Sie: Die USA einigen sich auf ein Verbot der Folter! Jetzt aber hoch die Tassen! Freut euch, Ihr lächerlichen Prinzipienreiter im alten Europa. Die Welt soll merken: Wir halten uns an die Anti-Folter-Konventionen. Das soll sinngemäß George W. Bush gesagt haben, die Tatsache geflissentlich übersehend, dass er sich bis zuletzt verbissen gegen ein Folterverbot gewehrt hat.
Liebe europäische Landsleute,
die Amerikaner sind ein einfaches Volk, das sich gern an einfachen Dingen freut – und erwartet, dass wir diese Freude teilen. Seien wir nicht erstaunt, wenn sie demnächst einen Kniefall erwarten für die Tatsache, dass sie noch nicht einfach mal so aus Lust und Laune einen dritten Weltkrieg angefangen haben.

Die Made JPEG

Auch Yahoo zahlt jetzt für die Verwendungen von Bildern im JPEG-Format. Damit befindet sich das Online-Portal in guter Gesellschaft von rund 50 Unternehmen. Weitere Klagen sind anhängig. Wenn es jemals eines Arguments gegen den unbedingten Schutz von Software-Patenten bedurft hätte, dann ist es dieser Treppenwitz von einer unbedeutenden Software-Schmiede, die durch Erwerb eines noch unbedeutenderen Unternehmens in den Besitz eines Patents gekommen ist, auf dem heute das gesamte World Wide Web fußt. Wenn die Herren Otto oder Diesel ihre Patente damals hätten schützen können, dann würden die Manager der New Economy heute auf dem Gaul von Meeting zu Meeting hetzen.

MS versucht den Win 95-Trick noch einmal

Die Diskussion um einen Standard für Dokumente im US-Bundesstaat Massachusetts geht in die nächste Runde. Das berichtet
Heise. Dabei brahcte IBM-Vertreter Bob Sutor die Dinge auf den Punkt: Das Open Document Format ist einsatzfähig, während ein offener Dokumentenstandard von Microsoft bislang nur als Versprechen existiert. Funktionstüchtige Konzepte mit Versprechen auf die Zukunft aus dem Markt zu boxen, ist Microsoft schon einmal gelungen: In den frühen 1990er Jahren mit der Ankündigung von Win 95. Nicht zuletzt durch diese geschickte Strategie ist IBMs OS2 gefloppt und Apples OS blieb der verdiente Erfolg versagt.

Quote mit Viren

Wenn es um Computerviren geht, dann ist stets von volkswirtschaftlichem Schaden die Rede. Aber wie wäre es mit folgendem Szenario: Nach der Tagesschau kommt das Wetter (Präsentiert von ACC600-Hustenlöser), die Börsennachrichten (Präsentiert von Hugo Boss) und die täglichen Virenwarnungen (Powered by Microsoft). Im Radio sind sogar halbstündlich Virenwarnungen im Anschluss an die Verkehrsdurchsagen denkbar: „Auf den Servern der Deutschen Telekom anderthalb Stunden zähfließender Verkehr durch Sober II!“ Die Grundlagen hat jetzt der US-Telekommunikationskonzern AT&T gelegt. Das berichtet der IT-Informationsdienst Heise. Demnach will der Konzern seine Kunden mit Videocasts (visueller Dauerberieselung aus dem Internet) vor Viren warnen.

„Sofort kaufen“ beim Christkind

Mindestens 41 Prozent der Deutschen kommen nur noch zum Glühweintrinken in die Fußgängerzonen. In einer aktuellen Weihnachtsfrage des EuPD Europressedienstes gaben 41,1 Prozent der befragten Personen an, Geschenke im Internet zu kaufen. Zum Vergleich: Vor einem Jahr gingen zur Weihnachtszeit nur 28,4 Prozent auf virtuelle Shoppingtour. Diese Studie verbreitete das Internetauktionshaus Ebay heute in einer Pressemitteilung. Davon profitiert auch Ebay. Wer’s nicht glaubt, kann mal versuchen, zwischen 18 und 22 Uhr ein Gebot für irgendetwas abzugeben.

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