Die Diskussion um einen Standard für Dokumente im US-Bundesstaat Massachusetts geht in die nächste Runde. Das berichtet
Heise. Dabei brahcte IBM-Vertreter Bob Sutor die Dinge auf den Punkt: Das Open Document Format ist einsatzfähig, während ein offener Dokumentenstandard von Microsoft bislang nur als Versprechen existiert. Funktionstüchtige Konzepte mit Versprechen auf die Zukunft aus dem Markt zu boxen, ist Microsoft schon einmal gelungen: In den frühen 1990er Jahren mit der Ankündigung von Win 95. Nicht zuletzt durch diese geschickte Strategie ist IBMs OS2 gefloppt und Apples OS blieb der verdiente Erfolg versagt.
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Quote mit Viren
Wenn es um Computerviren geht, dann ist stets von volkswirtschaftlichem Schaden die Rede. Aber wie wäre es mit folgendem Szenario: Nach der Tagesschau kommt das Wetter (Präsentiert von ACC600-Hustenlöser), die Börsennachrichten (Präsentiert von Hugo Boss) und die täglichen Virenwarnungen (Powered by Microsoft). Im Radio sind sogar halbstündlich Virenwarnungen im Anschluss an die Verkehrsdurchsagen denkbar: „Auf den Servern der Deutschen Telekom anderthalb Stunden zähfließender Verkehr durch Sober II!“ Die Grundlagen hat jetzt der US-Telekommunikationskonzern AT&T gelegt. Das berichtet der IT-Informationsdienst Heise. Demnach will der Konzern seine Kunden mit Videocasts (visueller Dauerberieselung aus dem Internet) vor Viren warnen.
„Sofort kaufen“ beim Christkind
Mindestens 41 Prozent der Deutschen kommen nur noch zum Glühweintrinken in die Fußgängerzonen. In einer aktuellen Weihnachtsfrage des EuPD Europressedienstes gaben 41,1 Prozent der befragten Personen an, Geschenke im Internet zu kaufen. Zum Vergleich: Vor einem Jahr gingen zur Weihnachtszeit nur 28,4 Prozent auf virtuelle Shoppingtour. Diese Studie verbreitete das Internetauktionshaus Ebay heute in einer Pressemitteilung. Davon profitiert auch Ebay. Wer’s nicht glaubt, kann mal versuchen, zwischen 18 und 22 Uhr ein Gebot für irgendetwas abzugeben.
Big Brüssel
Die EU will künftig alle ihre Bürger bespitzeln. Das hat das EU-Parlament jetzt beschlossen. Zwei Jahre lang soll das Kommunikationsverhalten aller EU-Bürger gespeichert werden. Die Polizeibehörden sollen nach Lust und Laune darauf zugreifen können. Damit stellt sie selbst die Stasi in den Schatten. In der damaligen DDR stand schätzungsweise ein Viertel der Bevölkerung unter dauernder staatlicher Beobachtung.
Aber unsere Politiker sind ja viiiiiiel besser! Die tun das nur im Dienste des Krieges gegen den Terror. Dabei fürchten die Europäer die Arbeitslosigkeit längst mehr als die Terroristen. Aber natürlich ist es viel leichter, die Muskeln dort spielen zu lassen, wo man noch Entscheidungen treffen kann. Irgendwann wird man mit der Sicherheitsmanie so weit sein, dass stichprobenartig EU-Bürger füsiliert werden, in der Hoffnung, dass ein Terrorist dabei ist. Spätestens dann werden uns unsere Regierungen erklären müssen, warum sie mit Computern spielen, anstatt die wirklich drängenden sozialen und wirtschaftlichen Probleme zu lösen.
Die lieben Urheberrechte
Urheberrechte sind etwas Feines: Ich entdecke einmal etwas Sinnvolles, danach lege ich mich an den Strand und halte die Hand auf bei Leuten, die es weiterverwenden wollen. Doch das Urheberrecht treibt immer buntere Blüten: In Japan ist die Einführung des DVD-Nachfolgers HD-DVD verschoben worden. Grund: Der Kopierschutz ist noch nicht so weit. Geistiges Eigentum OK, aber die Plattenkonzerne argumentieren mit Rechten von Künstlern, die nur ein paar Cent vom CD-Preis abbekommen. Ausgerechnet der Kopierschutz erweist sich als Hürde für die Einführung eines neuen Mediums, mit dem sich die Elektronikindustrie sanieren will.