Die EU will künftig alle ihre Bürger bespitzeln. Das hat das EU-Parlament jetzt beschlossen. Zwei Jahre lang soll das Kommunikationsverhalten aller EU-Bürger gespeichert werden. Die Polizeibehörden sollen nach Lust und Laune darauf zugreifen können. Damit stellt sie selbst die Stasi in den Schatten. In der damaligen DDR stand schätzungsweise ein Viertel der Bevölkerung unter dauernder staatlicher Beobachtung.
Aber unsere Politiker sind ja viiiiiiel besser! Die tun das nur im Dienste des Krieges gegen den Terror. Dabei fürchten die Europäer die Arbeitslosigkeit längst mehr als die Terroristen. Aber natürlich ist es viel leichter, die Muskeln dort spielen zu lassen, wo man noch Entscheidungen treffen kann. Irgendwann wird man mit der Sicherheitsmanie so weit sein, dass stichprobenartig EU-Bürger füsiliert werden, in der Hoffnung, dass ein Terrorist dabei ist. Spätestens dann werden uns unsere Regierungen erklären müssen, warum sie mit Computern spielen, anstatt die wirklich drängenden sozialen und wirtschaftlichen Probleme zu lösen.
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Die lieben Urheberrechte
Urheberrechte sind etwas Feines: Ich entdecke einmal etwas Sinnvolles, danach lege ich mich an den Strand und halte die Hand auf bei Leuten, die es weiterverwenden wollen. Doch das Urheberrecht treibt immer buntere Blüten: In Japan ist die Einführung des DVD-Nachfolgers HD-DVD verschoben worden. Grund: Der Kopierschutz ist noch nicht so weit. Geistiges Eigentum OK, aber die Plattenkonzerne argumentieren mit Rechten von Künstlern, die nur ein paar Cent vom CD-Preis abbekommen. Ausgerechnet der Kopierschutz erweist sich als Hürde für die Einführung eines neuen Mediums, mit dem sich die Elektronikindustrie sanieren will.
Apple-Bashing
Immer nur Windows, Windows, Windows… Das Magazin Forrester hat aus dem dauerhaften Kultstatus von Apple fünf Tipps abgeleitet, cool zu sein und zu bleiben. Das berichtet Die Einschläge der amerikanischen Folterflieger kommen näher. Dass die erste deutsche Bundeskanzlerin ausgerechnet auf außenpolitischem Parkett ausgleiten könnte, hat sie wahrscheinlich nicht erwartet. Doch jetzt steht immerhin ein Kabinettsmitglied (Außenminister und Ex-Kanzleramtsminister Steinmeier) unter Verdacht, über den dubiosen Zwangstourismus des US-Geheimdienstes CIA unterrichtet gewesen zu sein. Die Mazedonische Regierung will die Computer in 468 Schulen und 182 weiteren Institutionen auf Linux umstellen. Das sind stolze 5000 Desktops. Das berichtet das Gnome Journal. Die Wahl fiel auf das südafrikanische Ubuntu-Linux und den Gnome-Desktop. Die Linux-Gemeinde liebt Wasserstandsmeldungen wie diese. Ein Verlust von 5000 Kunden wird Microsoft längst nicht so weh tun, dass man dort anfinge die Existenz eines Landes namens Mazedonien zur Kenntnis zu nehmen. Zumal wir aus der Gnome-Meldung erfahren, dass die Software-Piraterie dort hoch ist. Die Windows dürften dort schwarz wie die Nacht sein.Jagd auf Merkel
Zusätzlich ist die Schonzeit der Koalitionsverhandlungen vorbei: Die CDU-Länderchefs wollen jetzt endlich die Wahlschlappe vom September aufklären.
Es sieht so aus, als sei Merkel in den Reihen ihrer Sozi-Gefährten im Augenblick sicherer als im eigenen Haus. Zudem zwingt die Geschichte sie dazu, sich weiter kritisch mit den USA auseinanderzusetzen. Ausgerechnet sie, die eigentlich lieber Blutsschwesterschaft mit George W. Bush schließen würde.5000 mal Linux nach Mazedonien

Aber die Linuxer werden etwas besser wissen, wo sich Mazedonien befindet, zumal das Gnome Journal Mazedonien völlig richtig und nur etwas unpräzise in Südeuropa verortet.
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