Autor: Wolff von Rechenberg

Wer holte doch gleich den Titel?

Deutschland ist Handballweltmeister. Einzelne versprengte Autofahrer zockeln hupend durch die Stadt. Die Begeisterung in den Straßen hätte kaum größer sein können, wenn wir die Weltmeisterschaft im Malefiz errungen hätten. Das ist schade für die deutschen Handballer, die nach 29 Jahren den Titel zurückgeholt haben, und das im eigenen Land. Andererseits beweist die stoische Ruhe, mit der das öffentliche Leben in unserem Land das Ergebnis zur Kenntnis nimmt, dass es nicht gelingt, auf Hauruck die nächste Sau mit Bandenwerbung durchs schwarz-rot-güldene Dorf zu treiben.

Kohle für die Kumpel

90.000 Euro pro Kohlekumpel und Jahr betragen die Subventionen für den Steinkohlebergbau. Das berichtete der Deutschlandfunk vor einer Viertelstunde. Da wären die Kollegen natürlich froh. 90.000! Was man sich davon leisten kann! Soviel kriegt nicht einmal ein Studienrat. Das sind ja fast zwei SUVs pro Jahr. Noch bis 2018 soll der Geldregen weiter fallen. Dann ist Schluss. Und dann steht vor dem aus, wer noch nicht rentenpflichtig ist. Warum machen wir nicht Nägel mit Köpfen? 90.000 pro Jahr, bedeutet, dass der Staat jedem Kumpel noch fast eine Million Euro zahlt. Wenn man das Geld jetzt aber nicht auf dem kostenintensiven Umweg über den Flöz auszahlen würde? Von einer Million kann man anständig – und über das Renteneintrittsalter hinaus – sein Dasein fristen. Vorausgesetzt, der Kumpel kann mit dem Geld umgehen. Also bauen wir eine Vorsichtsmaßnahme ein: Richten wir einen Pensionsfonds ein, der sofort zur Auszahlung kommt, denn ab Morgen müssten die Arbeiter ja nicht mehr in die Grube. Die Leute blieben gesund und hätten bis zum Lebensende ausgesorgt. Ist doch alles in Butter, oder?

Keine Reue bei den Helfern der Folter

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat es heute schon gesagt: Er würde im Fall des von den USA entführten und in Guantanamo gefolterten Deutsch-Türken Kurnaz jederzeit wieder so handeln wie damals. Genauso heißt: Auch beim nächsten Mal würde Steinmeiers Ministerium krampfhaft nach Möglichkeiten suchen, den Unschuldigen im Folterkeller der Bush-Regierung versauern zu lassen. Etwas diplomatischer, aber kaum weniger eindeutig hat sich jetzt die gesamte Bundesregierung dazu bekannt, dass der Bütteldienst für amerikanische Geheimdienste jederzeit vor dem Wohl der eigenen Staatsbürger geht. Das geht eus einem Bericht der Netzzeitung hervor. Hintergrund:
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US-Klimaforscher unter Druck

Sprechen Sie häufig von „Klimawandel“ oder „Erderwärmung“? Das kann bald schon das Ticket nach Guantanamo sein. Wie der Spiegel berichtet, klagen US-Klimaforscher, sie seien von der Regierung bedrängt worden, aus ihren Klimaberichten diese Worte zu streichen. Fast die Hälfte von 300 befragten Experten habe das bestätigt, heißt es in dem Artikel. Jetzt endlich wissen auch US-Wissenschaftler, wie es den sowjetischen Strahlungsexperten ging, die über Tschernobyl berichten mussten.

Bathildisheimer Journalistenpreis

Bathildisheimer Journaistenpreis

KASSEL/BAD AROLSEN. Das Rehazentrum Bathildisheim richtet zusammen mit der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) den Wettbewerb „Selbstbestimmt leben trotz Behinderung – Rehabilitation heute“ aus. Gesucht werden Nachwuchsjournalisten und Volontäre, die beispielhaft darstellen, wie Menschen mit Handicap in der heutigen Zeit ihren Alltag bestreiten – als „Arbeitgeber“ für persönliches Unterstützungspersonal, als Nutzer ambulanter Dienstleistungen oder als Bewohner bzw. Beschäftigter in stationären Einrichtungen. Im Mittelpunkt des Beitrags steht eine bestimmte Person mit Behinderung oder ein emanzipatorisches Förderkonzept. Wichtig ist, dass von der porträtierten Person oder dem dargestellten Förderkonzept ein Bezug zum jeweiligen gemeinnützigen Dienstleister hergestellt wird. Dieser muss seinen Sitz in Hessen oder Süd-Niedersachsen haben. Ausgezeichnet werden Reportagen und Features in der Kategorie Print. Dem Sieger winkt ein Preisgeld von 1000 Euro. Außerdem wird der beste Beitrag in der Gesamtausgabe der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (Auflage: ca. 247.000) veröffentlicht. Die Beiträge werden von einer fünfköpfigen Jury beurteilt und prämiert.
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