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Schäuble gegen den Rest der Welt

Wenn es um die Online-Durchsuchung geht, dann rollen Wolfgang Schäubles Räder auch gegen alle Widerstände. Er will’s – notfalls allein. Da stört es den wackeren Innenminister nicht, dass der Bundesgerichtshof das heimliche Filzen von Computern gerade erst verboten hat. Um die Verfassung zu schützen, geht Wolfgang Schäuble zur Not über Leichen, und sei es die der Verfassung. Nun könnte man ja einwenden: Wenn der Minister schon die Urteile des BGH über den Haufen wirft, befinde er sich eigentlich schon mit einem Rad auf der anderen Seite der Verfassung, der Seite, auf der der Minister seine Islamisten vermutet. Logo, wo sonst sollte er sie jagen? Wenn die Islamisten die Verfassung brechen, dann müssen das in der Logik von Wolfgang Schäuble auch die Sicherheitskräfte tun. Schließlich hatte Schäuble immer schon gesagt: Die Sicherheitskräfte müssen dürfen, was auch die Terroristen tun. Wenn die also beispielsweise an einem Bundesligaspieltag in der Always-Ultra-Arena ein Blutbad anrichten, dann…

Lassen wir das. Schäuble selbst mag es gar nicht, wenn man ihn bezichtigt, erbreche die Verfassung. Zitat: „Ich werde unfreundlich, wenn mir Verfassungsbruch vorgeworfen wird.“ Lieber Herr Minister, wenn Sie’s nicht tun, werfen Wir’s Ihnen nicht vor.

Entering Documenta-Halle

Jetzt betreten wir die Documenta-Halle. Hier sitzen junge Menschen aus aller Herren Länder mit Kopfhörern auf dem Kopf vor Bildschirmen. Im Eingangsbereich übrigens soviel Apple, dass man meint, Steve Jobs hätte die documenta gesponsert. Außerdem befassen sich hier kluge Menschen in klugen Vorträgen um die Mittagszeit mit klugen Fragen. Zum Beispiel mit der „Zwillingsikonografie von Terrorismus und Klonen“. Oder man spürt den drei Fragen nach, unter denen documenta-Chef Roger M. Buergel seine Ausstellung begutachtet sehen möchte. Die erste lautet: „Ist die Moderne unsere Antike?“ Die anderen habe ich vergessen. Hatte ich schon erwähnt, dass man Buergel selbst über den Buergel-(i)Pod lauschen kann? Die Kasseler Sparkasse verteilt die Dinger. Vorsicht: Die Diktion des documenta-Machers vermeidet Emotion und kommt extrem sanft daher. Wer daheim Schwierigkeiten mit dem Einschlafen hat, braucht keinen Sparkassen-Buergel-Pod im Katalog aus der Ausstellung zu schmuggeln auf www.documenta.de lassen sich die akustischen Meditationen herunterladen.

Wertschöpfungsabgabe statt Arbeitgeberanteil

Der Beitrag von Arbeitgebern sollte sich nach der Bruttowertschöpfung bemessen und nicht an der Zahl der Arbeitsplätze. Das fordert der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Das würde den Rationalisierungsdruck von Unternehmen abwenden, die personalintensiv produzieren und diejenigen Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen, die wenig Personalkosten haben.

Das ganz Interview auf: www.sueddeutsche.de

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